Lufthansa streicht kostenfreien Handgepäckkoffer

Reisegäste gehen zum Check-in am Flughafen.

Stand: 23.04.2026 • 14:53 Uhr

Wer Lufthansa fliegt und einen Handgepäckskoffer mitnehmen möchte, muss bald extra zahlen. Die Airline sagt, sie richte ihr Angebot an Kundenbedürfnissen aus. Andere Fluggesellschaften stehen dafür bereits in der Kritik.

Kundinnen und Kunden der Lufthansa wird in Zukunft die kostenfreie Mitnahme eines kleinen Kabinenkoffers gestrichen. Auf Kurz- und Mittelstreckenflügen werde bei allen Airlines der Gruppe ein neuer Einstiegstarif eingeführt, der lediglich einen kleinen persönlichen Gegenstand wie eine Laptop-Tasche oder einen Rucksack enthalte, teilte das Unternehmen mit.

Entsprechende Tickets für zunächst ausgewählte Strecken seien ab dem 28. April für Reisen ab dem 19. Mai buchbar. Betroffen sind Flüge der Marken Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Discover Airlines, Lufthansa City Airlines und Air Dolomiti.

Die Fluggesellschaft begründet den Schritt mit dem veränderten Verhalten der Passagiere. Gerade für Tagesreisende bilde der neue Tarif „eine zusätzliche Wahlmöglichkeit zum attraktiven Einstiegspreis“. Der persönliche Gegenstand darf höchstens 40x30x15 Zentimeter groß sein. Zusätzliches Hand- oder Aufgabegepäck könne als Zusatzleistung ab 15 Euro zugebucht werden.

Trend in der Branche – Kritik von Verbraucherschützern

Mit dem neuen Tarif begibt sich Lufthansa auf das Angebotsniveau der Air France aber auch von Billigfliegern wie Norwegian Air, Ryanair, Transavia, Volotea, Easyjet, Wizz oder Vueling.

Diese letztgenannten Gesellschaften sind vom europäischen Verbraucherverband BEUC wegen ihrer strengen Handgepäckregeln abgemahnt worden. Die Verbraucherschützer wollen auch mit Prozessen erreichen, dass jeder Passagier neben dem persönlichen Gegenstand noch einen Handgepäckskoffer mit in die Kabine nehmen darf. Dies sei „angemessen“.

Der Airline-Verband A4E, dem auch die Lufthansa angehört, argumentiert, dass die Billigtarife mit einem Mini-Gepäckstück millionenfach von Konsumenten gebucht würden. Sie dürften nicht gezwungen werden, für Leistungen zu bezahlen, die sie gar nicht benötigten.

Source: tagesschau.de