Völkerrechtlich umstritten: US-Militär tötet vier angebliche Drogenschmuggler im Pazifik

Völkerrechtlich umstrittenUS-Militär tötet vier angebliche Drogenschmuggler im Pazifik

15.04.2026, 02:17 Uhr

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Das US-Regionalkommando Southcom veröffentlichte Aufnahmen von dem Boot. (Foto: x.com/Southcom)

Im östlichen Pazifik kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall. Soldaten der Vereinigten Staaten eröffnen das Feuer auf ein Boot, das angeblich Drogen transportiert. Die US-Regierung spricht von „Narco-Terroristen“.

Das US-Militär hat bei einem Angriff auf ein mutmaßliches Drogenschmuggler-Boot im östlichen Pazifik vier Männer getötet. Nach Erkenntnissen der Geheimdienste habe sich das Boot auf einer bekannten Drogenhandelsroute befunden und sei an Drogenhandelsaktivitäten beteiligt gewesen, teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando Southcom bei X mit.

Unter Anordnung der Regierung von US-Präsident Donald Trump geht das Militär seit Herbst vergangenen Jahres mit tödlichen Angriffen gegen Boote in der Karibik und im östlichen Pazifik vor – auf denen angeblich Drogen in die USA geschmuggelt werden sollen. 

Die Vereinigten Staaten haben ein großes Drogenproblem, für das Trump ausländische Schmuggler verantwortlich macht. Menschenrechtler bezweifeln, dass die tödlichen Angriffe in internationalen Gewässern völkerrechtlich zulässig sind.

Seit September des vergangenen Jahres hat die US-Armee mehrere Schiffe im Pazifik und in der Karibik angegriffen, die angeblich in den Drogenhandel verwickelt waren. Die US-Regierung spricht von „Narco-Terroristen“, die in Lateinamerika agierten. Washington hat jedoch nie Beweise vorgelegt, dass es sich bei den Getöteten um Drogenschmuggler handelte. Einige von ihnen waren nach Angaben von Behörden und Angehörigen unschuldige Fischer.

Quelle: ntv.de, bho/dpa/AFP

Source: n-tv.de