US-Kriegsminister: Pete Hegseth zitiert statt aus jener Bilder aus „Pulp Fiction“

Bei einer Gebetszeremonie im Pentagon zitierte US-Kriegsminister Pete Hegseth aus dem Gangsterfilm „Pulp Fiction“ – und verkaufte es als Bibelvers.
US-Kriegsminister Pete Hegseth, 45, hat bei einer Andacht im Pentagon für Aufsehen gesorgt – mit einem vermeintlichen Bibelzitat, das zum größten Teil aus der Feder von Kultregisseur und Filmemacher Quentin Tarantino, 63, stammt. Bei der April-Predigt am Mittwoch trug Hegseth einen Vers vor, den er als „CSAR 25:17“ bezeichnete und der „Ezekiel 25:17 widerspiegeln“ solle, wie diverse US-Medien berichten.
„Der Weg des abgeschossenen Piloten ist von den Ungerechtigkeiten der Egoisten und der Tyrannei böser Männer von allen Seiten umgeben“, begann der Kriegsminister. „Gesegnet ist der, der im Namen der Kameradschaft und des Pflichtbewusstseins die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit führt.“ Er schloss mit den Worten: „Und ich werde mit großer Rache und wütendem Zorn diejenigen niederstrecken, die versuchen, meine Brüder zu vergiften und zu zerstören. Und du wirst wissen, dass mein Rufzeichen Sandy 1 ist, wenn ich meine Rache an dir vollziehe. Amen.“
Kultzitat aus „Pulp Fiction“
Filmkenner dürften die Passage sofort erkannt haben: Es handelt sich um eine leicht abgewandelte Version des berühmten Monologs, den Samuel L. Jackson (77) als Auftragskiller Jules Winnfield in Tarantinos Kultfilm „Pulp Fiction“ aus dem Jahre 1994 zum Besten gibt – unmittelbar bevor er sein Opfer erschießt. Im Original spricht Jackson vom „Weg des gerechten Mannes“ und endet mit den Worten: „Und du wirst wissen, dass ich der Herr bin, wenn ich meine Rache an dir vollziehe.“
Die tatsächliche Bibelstelle Ezekiel 25:17 fällt hingegen deutlich kürzer aus und lautet sinngemäß lediglich: „Ich nehme an ihnen gewaltige Rache, mit grimmigen Strafen. Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mich an ihnen räche.“ Schon für den Film hatten Tarantino und Co-Autor Roger Avary, 60, den Vers massiv ausgeschmückt.
Gott wird durch ein Piloten-Rufzeichen ersetzt
Hegseth nahm in seiner Version zusätzliche Änderungen vor: Aus dem „gerechten Mann“ wurde ein abgeschossener Pilot, statt „Nächstenliebe und gutem Willen“ sprach er von „Kameradschaft und Pflichtbewusstsein“. Der wohl heikelste Eingriff: Wo sowohl im Original-Bibelvers als auch in der Tarantino-Version „der Herr“ steht, setzte Hegseth „Sandy 1“ ein – das Rufzeichen eines Piloten, der an der Rettung eines hinter feindlichen Linien im Iran gestrandeten F-15-Piloten beteiligt war.
Hegseth bezog sich damit auf eine Rettungsmission, bei der ein abgeschossener US-Kampfpilot aus dem Iran geborgen wurde. Der Kriegsminister hatte in den vergangenen Wochen wiederholt biblische Bezüge hergestellt, um die US-Angriffe auf den Iran zu legitimieren und von einem Kampf gegen eine „apokalyptische Bedrohung“ gesprochen.
SpotOnNews
rw
Source: stern.de