„Das wird die modernste Fabrik von Körber weltweit“

Der Hamburger Technologiekonzern feiert in Bergedorf das Richtfest für seine neue Produktionsstätte. Das Unternehmen sieht die Investition von mehr als 200 Millionen Euro als klares Bekenntnis zum Standort Deutschland. Was mit den bisherigen Körber-Gebäuden in Bergedorf geschehen soll, ist noch offen.

Audioplayer wird geladen

Dass ein Industrieunternehmen im Industrieland Deutschland eine neue Fabrik baut, das ist im Jahr 2026 längst nicht mehr selbstverständlich. Zuletzt scheiterten besonders Projekte ausländischer Investoren, etwa eine geplante Halbleiterfabrik von Intel in Magdeburg. Ob die bei Heide geplante Batteriefabrik des untergegangenen schwedischen Unternehmens Northvolt stattdessen vom US-Unternehmen Lyten gebaut wird, ist derzeit noch offen.

Der Hamburger Technologiekonzern Körber AG will mit seinem Neubau am Stammsitz in Bergedorf vor diesem Hintergrund einen kräftigen Akzent setzen: „Das wird die modernste Fabrik von Körber weltweit, wir werden hier alle Technologien anwenden, die wir auch unseren Kunden anbieten“, sagte der Vorstandsvorsitzende Stephan Seifert WELT am Donnerstag beim Richtfest.

Die neue Fabrik umfasst eine Fläche von mehr als 50.000 Quadratmetern, die Investitionen beträgt deutlich mehr als 200 Millionen Euro. Verwaltung, Forschung und Entwicklung sitzen in dem Neubau mit insgesamt mehr als 2000 Menschen unter einem Dach. Der Umzug ist für Ende 2026 geplant. Wie das bisherige Areal von Körber in Bergedorf künftig genutzt werden wird, soll in einem ausführlichen Beratungsverfahren mit dem Bezirk und der Stadt Hamburg erörtert werden. Die Fläche gehört der Körber AG. „Wir freuen uns, Teil dieser Beratungen zu sein“, sagte Seifert.

Lesen Sie auch

Seifert sieht den Neubau in Bergedorf auch als klares Bekenntnis zum Standort Deutschland insgesamt, dessen Tauglichkeit für Investitionen von vielen Unternehmen und auch aus der Politik derzeit infrage gestellt wird. „Körber steht zu 100 Prozent zum Standort Deutschland. Die Substanz, die ein Unternehmen braucht, von der Schulbildung über die klassische Ausbildung bis hin zu den Universitäten, ist hierzulande nach wie vor sehr gut. Und unsere Belegschaft ist hochqualifiziert und hat ein sehr großes Know-how, gleichzeitig haben wir eine sehr geringe Fluktuation. Das ist uns ganz wichtig und soll so bleiben.“

Weltweit beschäftigt Körber rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 6000 in Deutschland, 2000 von ihnen in Hamburg. In Bergedorf entwickelt und fertigt Körber unter anderem Maschinen und Fabrikeinrichtungen für die Zigarettenproduktion und Einrichtungen für Logistikzentren. In diesem Jahr feiert die Körber AG ihr 80. Gründungsjubiläum.

Olaf Preuß ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG für Hamburg und Norddeutschland. Er berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten über die norddeutsche Industrie.

Source: welt.de