Irankrieg: Pakistan bietet sich wie Vermittler zwischen USA und Iran an


  • Israel und die USA haben am 28. Februar einen gemeinsamen Angriff auf den Iran gestartet.
  • Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in verschiedenen Staaten der Region.
  • Ajatollah Ali Chamenei, der mehr als drei Jahrzehnte Anführer des Iran war, wurde bei den Angriffen getötet.
  • Modschtaba Chamenei, der Sohn von Ali Chamenei, ist neues politisches und geistliches Oberhaupt des Iran.
  • Neben eigenen Recherchen verwenden wir Material der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters.
  • Mehr lesen Sie auf unserer Themenseite zum Iran.


Marie N’gouan
Marie N'gouan

Pakistan will zwischen Iran und USA vermitteln

Die pakistanische Regierung hat sich als Vermittler bei Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA angeboten. Das geht aus einem Post des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif auf der Plattform X hervor. Pakistan würde sich freuen, Gastgeber von Gesprächen zu sein, bei denen auf eine Lösung des Konflikts hingearbeitet werde.
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im September vergangenen Jahres
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im September vergangenen Jahres. Maxim Shemetov/Reuters
Pakistan ist eines der Länder, die auf Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA drängen, nachdem der US-Präsident Donald Trump am Montag gesagt hatte, es gebe Gespräche zwischen den beiden Parteien. Der Iran hatte Gespräche mit den USA dementiert.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

US-Außenminister Rubio reist für Irantreffen der G7 nach Paris

Der US-Außenminister Marco Rubio vor seiner Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz
Der US-Außenminister Marco Rubio vor seiner Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz. Alex Brandon/AFPGetty Images
Der US-amerikanische Außenminister Marco Rubio nimmt am Freitag an Beratungen mit seinen G7-Amtskollegen zum Irankrieg teil. Das teilte das US-Außenministerium mit. Demnach soll es bei dem Treffen in Cernay-la-Ville im Westen von Paris neben der Lage im Nahen Osten auch um den Krieg in der Ukraine gehen. Für Rubio ist es die erste Auslandsreise seit dem Beginn des Irankriegs am 28. Februar.

Das Treffen wird von Frankreich ausgerichtet, das derzeit den G7-Vorsitz hat. Auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) wird erwartet.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Indische Tanker passieren Straße von Hormus 

Zwei Gastanker unter indischer Flagge haben die vom Iran kontrollierte Meerenge von Hormus ohne Zwischenfälle durchquert. Die beiden Schiffe Pine Gas und Jag Vasant passierten die Seestraße laut dem indischen Ministerium für Häfen, Schifffahrt und Wasserstraßen gestern Abend. Mit dem Tagesbedarf an Kochgas für Indien an Bord sind sie indischen Medienberichten zufolge in geringem Abstand voneinander gefahren und einer vom Iran genehmigten Route nahe an der Küste gefolgt. Ein indischer Beamter gab an, dass die Schiffe voraussichtlich im Laufe der Woche indisches Festland erreichen würden. 

Sophia Reddig
Sophia Reddig

Katar vermittelt nicht direkt zwischen USA und Iran

Katar ist nach eigenen Angaben nicht als direkter Vermittler zwischen den USA ​und dem Iran aktiv. Das Emirat unterstütze jedoch alle diplomatischen Kanäle zur Beendigung des Krieges, sagt ein Sprecher des katarischen Außenministeriums.

Das Land stehe in engem Kontakt mit der US-Regierung, um eine Deeskalation zu erreichen und einen Ausweg aus der Krise zu finden. Er fügt hinzu, Katar habe seit Jahren gesagt, eine ungebremste Eskalation in der Region werde nicht nur zu einer Ausweitung des Konflikts führen, „sondern zu einem umfassenden Krieg, der uns alle erfasst. Und genau da sind wir jetzt.“

Sophia Reddig
Sophia Reddig

Mehr als 82.000 zivile Einrichtungen im Iran beschädigt

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds mehr als 82.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Darunter seien etwa 62.000 Wohnungen sowie 281 medizinische Zentren, Krankenhäuser und Apotheken, sagte der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pirhussein Koliwand. 
Koliwand zufolge wurden insgesamt 498 Schulen beschädigt – bei direkten Angriffen oder bei Angriffen, die Zielen in der Nähe galten. Der Rote Halbmond ist nach seiner Darstellung auch Ziel von Angriffen geworden. Neben 17 Rettungswachen seien zwölf Rettungswagen direkt von Raketen getroffen worden. Er verwies auf einen Vorfall in der Stadt Lar. „Während sie Verletzte transportierten, ist vom Krankenwagen überhaupt nichts mehr übrig geblieben“, sagte Koliwand in einem Video, das der Rote Halbmond auf Telegram veröffentlichte.

Sophia Reddig
Sophia Reddig

Hisbollah kündigt Widerstand gegen Pläne Israels an

Rettungskräfte treffen am 24. März 2026 nach einem israelischen Luftangriff auf die südlibanesische Küstenstadt Tyros ein.
Rettungskräfte treffen am 24. März 2026 nach einem israelischen Luftangriff auf die südlibanesische Küstenstadt Tyros ein. Kawnat Haju/AFP/Getty Images
Die Hisbollah kündigt Widerstand gegen die von Israel geplante ​Besetzung des südlichen Libanons an. Eine solche Übernahme würde eine „existenzielle Bedrohung“ für den Libanon als Staat darstellen, sagt ein Sprecher der Hisbollah der Nachrichtenagentur Reuters. Die Hisbollah werde kämpfen, um dies zu verhindern. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat erklärt, dass sein Land eine „Pufferzone“ von der Grenze bis zum Fluss Litani plane.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Iranische Militärführung schließt Kapitulation aus

Im Krieg gegen Israel und die USA hat die Militärführung des Iran angekündigt, die Kampfhandlungen „bis zum finalen Sieg“ weiterzuführen. „Die schlagkräftigen iranischen Streitkräfte werden die Souveränität des Landes standhaft verteidigen und diesen Weg bis zum finalen Sieg fortsetzen“, sagte der Kommandeur der zentralen Militärführung, Ali Abdollahi Aliabadi, laut dem staatlichen Rundfunk. 

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Lufthansa setzt wegen Irankriegs weiter Verbindungen aus

Bis zum Herbst hat die Fluggesellschaft Lufthansa die Verbindungen nach Riad, Beirut und Abu Dhabi gestrichen.
Bis zum Herbst hat die Fluggesellschaft Lufthansa die Verbindungen nach Riad, Beirut und Abu Dhabi gestrichen. Soeren Stache/dpa
Die Fluggesellschaft Lufthansa schränkt den Flugverkehr wegen der „volatilen Situation im Nahen Osten“ weiter ein. Der Konzern kündigte an, alle Flüge in die Region bis einschließlich 30. April auszusetzen. Das betreffe auch die Tochtergesellschaften wie Eurowings, Austrian, Swiss und Brussels Airlines. Flüge nach Dubai und Tel Aviv werden darüber hinaus bis zum 31. Mai gestrichen. Beirut, Riad und Abu Dhabi sollen frühestens ab dem 25. Oktober wieder angeflogen werden.

Eric Voigt
Eric Voigt

Libanon weist iranischen Botschafter aus 

​Das libanesische Außenministerium hat dem iranischen Botschafter nach eigenen Angaben die Akkreditierung entzogen und ihn zur unerwünschten Person erklärt. Wie das Ministerium mitteilte, wurde Mohammed Resa Scheibani aufgefordert, das Land bis Sonntag zu verlassen.

Als Begründung wurden Verstöße des Iran gegen diplomatische Normen und etablierte Gepflogenheiten zwischen den beiden Ländern genannt. Zudem ruft das Ministerium seinen eigenen Botschafter im Iran zu Konsultationen in den Libanon zurück.

Der Iran ist einer der wichtigsten Unterstützer der Hisbollah-Miliz, gegen die Israel im Libanon Krieg ​führt. Die israelische Regierung hat den Libanon wiederholt aufgefordert, die Hisbollah zu entwaffnen.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Neuer iranischer Sicherheitschef ernannt

Mohammed Bagher Solghadr ist zum Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran ernannt worden. Das teilte der für Kommunikation zuständige Stellvertreter des iranischen Präsidenten, Mehdi Tabatabai, auf X mit. Berichten iranischer Medien zufolge wurde Solghadr nach Zustimmung durch die Staatsführung und per Erlass durch den Präsidenten für das Amt ernannt. Der frühere General der iranischen Revolutionsgarde folgt damit auf Ali Laridschani, der in der vergangenen Woche bei einem Angriff getötet wurde.
Mohammed Bagher Solghadr bei einer Pressekonferenz im Jahr 2004.
Mohammed Bagher Solghadr bei einer Pressekonferenz im Jahr 2004. Raheb Homavandi/Reuters

Marla Noss
Marla Noss

Wadephul sieht in Gesprächen zwischen USA und Iran einen „Wendepunkt“ im Krieg 

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hält die Gespräche zwischen den USA und dem Iran für eine mögliche Chance, den Konflikt zu beenden. „Das könnte ein Wendepunkt in diesem Konflikt sein“, sagte der CDU-Politiker über die Spekulationen zu möglichen direkten Kontakten zwischen den beiden Regierungen. Deutschland werde ihm zufolge alles daransetzen, zum Erfolg beizutragen. Den USA habe man zudem angeboten, sie diplomatisch zu unterstützen, falls dies gewünscht sei.
Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (CDU)
Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (CDU). Bernd von Jutrczenka/dpa
Über die möglichen Gespräche und die Spekulationen darum sagte Wadephul, dass „etwas stattfindet“, es aber noch am Anfang sei. Zudem fügte er hinzu, dass er es begrüße, dass US-Präsident Donald Trump die angedrohten Angriffe auf iranische Kraftwerke für fünf Tage zurückgestellt habe. „Jeder würde sich mehr wünschen, in der Sache und auch von der Frist her, aber immerhin“, sagte er.

Marie N’gouan
Marie N'gouan

Israels Verteidigungsminister droht mit Zerstörung des Südlibanon

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat dem Süden des Libanon mit einer Zerstörung wie im Gazastreifen gedroht. Israel werde auf „die Modelle Rafah und Beit Hanun“ zurückgreifen, sagte Katz unter Verweis auf die zwei Grenzstädte im Gazastreifen, die Israel nach dem Angriff der Hamas im Oktober 2023 zerstört hatte.

Beim Vorgehen gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz will Israel laut Katz außerdem im Südlibanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen. Der Fluss spielt seit Jahren eine wichtige Rolle bei den Bemühungen Israels, die libanesische Hisbollah-Miliz zurückzudrängen.

Katz hatte der libanesischen Regierung vorgeworfen, ihr Versprechen einer Entwaffnung der Hisbollah-Miliz nicht gehalten zu haben. Nun teilte er mit, fünf Brücken über den Litani seien gesprengt worden. Nach der Sprengung werde das israelische Militär „die restlichen Brücken und die Sicherheitszone bis zum Litani kontrollieren“. Hunderttausende Bewohner, die aus dem Südlibanon vertrieben wurden, dürften nicht in das libanesische Gebiet südlich des Flusses zurückkehren – bis die Sicherheit für die Bewohner im Norden Israels „garantiert“ sei.

Die beschädigte Zrarieh-Brücke über dem Litani, nachdem sie bei einem israelischen Angriff in Tayr Falsay im Südlibanon getroffen wurde
Die beschädigte Zrarieh-Brücke über dem Litani, nachdem sie bei einem israelischen Angriff in Tayr Falsay im Südlibanon getroffen wurde. Stringer/Reuters

Marie N’gouan
Marie N'gouan

Iran nimmt laut Medienberichten 446 Menschen fest

Iranische Sicherheitskräfte während einer Kundgebung zur Unterstützung des obersten Führers des Iran, Modschtaba Chamenei
Iranische Sicherheitskräfte während einer Kundgebung zur Unterstützung des obersten Führers des Iran, Modschtaba Chamenei. Majid Asgaripour/WANA/Reuters
Im Iran sind laut Angaben von staatlichen Medien 466 Menschen wegen angeblicher Onlineaktivitäten zur Untergrabung der nationalen Sicherheit festgenommen worden. Die Festgenommenen stünden mit „feindlichen“ Netzwerken in Verbindung, die auf eine interne Destabilisierung abzielten, erklärte die Polizei. Den Berichten zufolge handelt es sich um eine der größten Sicherheitsaktionen seit Beginn des Irankriegs.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Iranische Medien berichten über Angriffe auf Energieinfrastruktur

Die USA und Israel sollen einem iranischen Medienbericht zufolge mehrere Einrichtungen der Energieinfrastruktur durch Angriffe beschädigt haben. In der zweitgrößten Stadt Isfahan sei ein Verwaltungsgebäude und eine Gasdruckregelstation „teilweise beschädigt“ worden, berichtete die der Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Fars.

An der Grenze zum Irak im Südwesten wurde den Angaben nach außerdem eine Erdgas-Pipeline im Kraftwerk Chorramschar angegriffen. Gestern hatte US-Präsident Donald Trump unter Verweis auf laufende Gespräche angekündigt, vorerst keine Kraftwerke angreifen zu wollen.

Marla Noss
Marla Noss

Iran meldet Festnahmen von mehreren „Söldnern“

Die iranischen Sicherheitsdienste haben im Zusammenhang mit dem Krieg 30 Personen festgenommen. Die Verdächtigen wurden in den Provinzen Lorestan, Hamedan und Kerman vom Geheimdienst verhaftet, wie der staatliche iranische Rundfunk berichtete. In einer Mitteilung war die Rede von „Söldnern“ Israels und „Vaterlandsverrätern“. Bei den Festnahmen seien außerdem elf Starlink-Geräte sowie Waffen beschlagnahmt worden. 

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.