Epstein-Akten: US-Justizministerium überprüft eigenen Umgang mit Epstein-Akten
Nach Kritik am Umgang des US-Justizministeriums mit den Epstein-Akten schaltet sich das Aufsichtsgremium des Ministeriums ein. Das interne Kontrollorgan kündigte eine Prüfung dazu an, inwiefern das Gesetz zur Veröffentlichung der Epstein-Akten eingehalten worden sei, wie es in einer Mitteilung hieß.
Bei der Prüfung soll untersucht werden, wie das Ministerium im Vorfeld von Veröffentlichungen Unterlagen sammelte, untersuchte und Angaben darin unkenntlich machte. Ziel sei eine Bewertung, ob das Ministerium bei der Identifizierung und Schwärzung der Dokumente sowie der Behandlung von Bedenken hinsichtlich der Veröffentlichung dem Gesetz entsprochen habe. Das Aufsichtsgremium kündigte nach Abschluss der Prüfung einen Bericht an – wann dieser vorliegen soll, wurde nicht genannt.
Namen von Opfern wurden nicht ausreichend anonymisiert
Das US-Justizministerium steht seit Längerem wegen seines Umgangs mit den Akten zum Fall des gestorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein unter Druck. Kritiker werfen dem Ressort vor, das seit Kurzem vom früheren Vize-Justizminister Todd Blanche geführt wird, Akten mit besonders heiklen Informationen zurückzuhalten und bestimmte prominente Persönlichkeiten zu schützen. Kritik gab es zudem daran, dass Namen und Kontaktdaten von Opfern bei der schrittweisen Veröffentlichung einiger Akten nicht ausreichend unkenntlich gemacht wurden.
Die Veröffentlichung erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump im November auf erheblichen Druck des US-Parlaments hin ein Gesetz unterzeichnet hatte, das die Veröffentlichung von Epstein-Akten durch das Justizministerium anordnete. Die Millionen Dokumentenseiten waren Ende Januar mit mehreren Wochen Verspätung veröffentlicht worden – noch unter der damaligen Justizministerin Pam Bondi, die Trump Anfang April entlassen hatte.