Aixtron an welcher MDAX-Spitze

Händler an der Frankfurter Börse.

Stand: 15.04.2026 • 15:46 Uhr

Die Börse feiert am frühen Nachmittag gute Nachrichten aus dem Tech-Sektor: Chipausrüster Aixtron hat die Prognose erhöht und führt MDAX und TecDAX an. Im Iran-Krieg hoffen die Anleger derweil auf neue Verhandlungen.

Zwar bleibt das Thema Iran-Krieg derzeit weiter herausragend für die Entwicklung an den Börsen – aber mit der Prognoseerhöhung des Chipausrüsters Aixtron vom späten Vorabend feiert die Börse heute eine Erfolgsstory. Die Aktie des Unternehmens aus dem nordrhein-westfälischen Herzogenrath führt mit einem Aufschlag von mittlerweile rund 15 Prozent sowohl den MDAX, als auch den TecDAX an. In beiden Indizes ist die Aktie enthalten.

Mehr Umsatz und Marge erwartet

Konkret plant das Aixtron-Management für 2026 nun mit einem Umsatz von 530 bis 590 Millionen Euro. Zuvor hatte das Unternehmen jeweils 40 Millionen Euro weniger angepeilt. Die operative Marge für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll jetzt bei 17 bis 20 Prozent herauskommen, anstatt bei 16 bis 19 Prozent.

Das erste Quartal, für das Eckdaten veröffentlicht wurden, lag allerdings unter den Erwartungen der Analysten. Grund hierfür sei unter anderem ein Einmalaufwand im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich im Zusammenhang mit einer Personalmaßnahme, hieß es.

Citigroup-Experte Andrew Gardiner war schon vorab davon ausgegangen, dass der starke Auftragseingang in der Optoelektronik und der angehobene Umsatzausblick ausreichen, die leicht enttäuschende Entwicklung zum Jahresauftakt in den Hintergrund zu drängen. Auch Craig McDowell von der US-Bank JPMorgan hatte mit einer positiven Reaktion der Aktien gerechnet.

Optoelektronik-Anwendungen stärker gefragt

Grund für die besseren Aussichten sei nach Unternehmensangaben eine zuletzt stärker als erwartet ausgefallene Nachfrage nach Anlagen für die Optoelektronik. Optoelektronische Anwendungen verbinden Elektronik mit Licht (Optik) und finden vielfältige Anwendung in der Halbleiterindustrie: etwa für LED-Bildschirme, Glasfasertechnologie oder Kamerasensoren.

Mit dem Aixtron-Bericht meldet sich die zuletzt etwas in den Hintergrund getretene Tech-Branche zudem wieder zurück. Ein Handy-Bildschirm nutzt beispielsweise photoelektronische Bauteile, um elektrische Signale in sichtbares Licht umzuwandeln.

Europa im Umbruch

Anders als in den USA, wo die billionenschweren Tech-Riesen die Börsen und die Märkte beherrschen, gibt es in Deutschland und Europa viele mittlere und kleinere Anbieter. Maschinenbauer wie Aixtron oder, als größter europäischer Tech-Wert, ASML aus den Niederlanden, arbeiten dabei als Unterstützer oder Chipausrüster.

Die Branche strebt nach mehr technologischer Unabhängigkeit oder aber der zunehmenden Integration von KI-Anwendungen. Auch der Boom in der Verteidigungs- und Klimatechnologie wirkt als Treiber. Neue Rechenzentren werden geplant und gebaut, denn KI-Anwendungen sind extrem stromhungrig.

An den US-Börsen hat es zuletzt zunehmend Zweifel daran gegeben, ob – und gegebenenfalls wann – sich gigantische Investitionen im dreistelligen Milliardenbereich, etwa in Rechenzentren, lohnen würden. Anleger hatten sich zuletzt zurückgehalten, der scheinbar unaufhaltsame KI-Boom hat zumindest eine Pause eingelegt. Auch die Börsennotierungen haben sich zuletzt beruhigt. So reagierten Anleger im März trotz eines überzeugenden Zahlenwerks des KI-Platzhirsches Nvidia eher verhalten.

DAX bleibt auf hohem Niveau – über 24.000 Punkte

Im Tagesgeschäft verteidigt der DAX am Nachmittag seine Gewinne vom Vortag und behauptet sich über der Marke von 24.000 Punkten. Getragen wird der Markt von der Hoffnung, dass es zu neuen Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA kommen wird. Präsident Trump hatte erklärt, der Krieg sei „fast vorüber“.

Source: tagesschau.de