Reykjavík Fusion: Wenn die Mafia mitkocht

Mit „Reykjavík Fusion“ setzt ARTE auf eine spannende Mischung aus Charakterstudie und Krimiplot. Die Serie erzählt von einem Aufbruch und von einem kulinarisch ambitionierten Plan, der unter denkbar schlechten Vorzeichen steht.
Mit „Reykjavík Fusion“ bringt ARTE eine ebenso atmosphärische wie düstere Dramaserie ins Programm. Die sechsteilige Produktion erzählt von einem Mann, der nach seiner Haftstrafe neu anfangen will und dabei in ein Netz aus Kriminalität gerät.
Im Mittelpunkt steht der talentierte Koch Jónas (Ólafur Darri Ólafsson), der nach einer Gefängnisstrafe wegen Versicherungsbetrugs vor den Trümmern seines Lebens steht. Sein Ziel: ein sauberer Neustart – nicht zuletzt, um die Auflagen des Jugendamts zu erfüllen und das geteilte Sorgerecht für seine Kinder zu sichern. Doch der Weg zurück in ein normales Leben erweist sich als schwierig. Selbst ein Job als Kita-Koch endet schnell, nachdem besorgte Eltern von seiner Vergangenheit erfahren.
Trotz Rückschlägen hält Jónas an seinem Traum fest, ein eigenes Restaurant mit isländischer Fusionsküche zu eröffnen. Doch als Ex-Häftling findet er keine Investoren. Erst ein ehemaliger Mithäftling bringt Bewegung in die Sache: Gangsterboss Kristján (Þröstur Leó Gunnarsson) bietet ihm Unterstützung an – inklusive einer passenden Location. Was zunächst wie die große Chance wirkt, entpuppt sich jedoch schnell als riskanter Deal.
Falsche Würzung: Wenn dubiose Köche mitmischen
Der Haken: Das Restaurant soll zugleich der Geldwäsche dienen. Jónas, der eigentlich unauffällig seine Bewährungszeit überstehen wollte, sieht dennoch keine Alternative und lässt sich auf das Angebot ein. Während er sich um den kulinarischen Erfolg kümmert, übernimmt Kristjáns rechte Hand Marý (Hera Hilmar), wie es in der atmosphärisch dichten Serie heißt: „die Bücher – und den Rest“. Anfangs scheint der Plan aufzugehen: Ein gelungenes Testessen und die Unterstützung seiner 17-jährigen Tochter Ellen (Molly Mitchell), die im Restaurant arbeitet, geben Anlass zur Hoffnung.
Doch die Situation kippt, als ein unerwarteter Besucher auftaucht und deutlich macht, dass die Geschäfte im Hintergrund weit gefährlicher sind als angenommen. Jónas muss erkennen, dass er längst tiefer in kriminelle Machenschaften verstrickt ist, als ihm lieb ist – und ein Ausstieg immer schwieriger wird.
„Reykjavík Fusion“ verbindet Elemente von Familiendrama, Milieustudie und Thriller und zeichnet dabei ein vielschichtiges Bild von Schuld, Verantwortung und zweiten Chancen. Die Serie gilt zudem als Meilenstein der isländischen Fernsehproduktion: „Reykjavík Fusion“ war die erste isländische Serie, die beim Festival CannesSéries gezeigt wurde.
In der Hauptrolle ist der isländisch-amerikanische Schauspieler und Produzent Ólafur Darri Ólafsson zu sehen, der international unter anderem durch „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ (2013) und „BFG – Big Friendly Giant“ (2016) bekannt wurde. Auch Serienfans dürften ihn wiedererkennen: In der isländisch-deutschen Produktion „Trapped – Gefangen in Island“ spielte er die Rolle des Kommissars Andri Ólafsson.
ARTE zeigt alle sechs Episoden von „Reykjavík Fusion“ in einer Blockprogrammierung direkt im Anschluss aneinander. Los geht’s mit dem langen Serienabend um 21.45 Uhr, die zweite Folge beginnt um 22.35 Uhr.
Reykjavík Fusion – Do. 23.04. – ARTE: 21.45 Uhr
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Source: stern.de