Waffentest: Nordkorea soll erneut Raketen getestet nach sich ziehen

Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben erneut mehrere ballistische Raketen getestet. Die Geschosse seien in östliche Richtung abgefeuert worden, gab das südkoreanische Militär laut Nachrichtenagentur Yonhap am frühen Morgen bekannt. Genauere Angaben zur Anzahl und Typ der Raketen waren zunächst nicht bekannt.

Auch das japanische Verteidigungsministerium in Tokio meldete den Start mehrerer mutmaßlich ballistischer Rakete durch Nordkorea. Diese seien um rund 6 Uhr Ortszeit nahe der Ostküste des Landes abgefeuert worden. Die Geschosse seien vermutlich nahe der Ostküste ‌der koreanischen ⁠Halbinsel im Meer ​gelandet, teilte die japanische Regierung mit. Das südkoreanische Präsidialamt berief Medienberichten zufolge eine Dringlichkeitssitzung ein.

Vierter Start alleine im April

Es ist der siebte Start ballistischer Raketen in diesem Jahr und der vierte allein im April. Die Raketenstarts finden vor einem für Mitte Mai geplanten Gipfeltreffen zwischen China und den USA statt, ​bei dem US-Präsident Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping voraussichtlich auch über Nordkorea beraten wollen. 

Solche Tests verstoßen ‌gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates. Nordkoreas Regierung weist das UN-Verbot jedoch zurück und erklärt, es ⁠verletze ​ihr souveränes Recht auf Selbstverteidigung. Der ‌nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatte Ende März erklärt, der Status seines ‌Landes als Atommacht sei unumkehrbar. 

Experten zufolge weist Nordkorea mit den Waffentests Versuche Südkoreas zurück, die angespannten Beziehungen der beiden Nachbarländer wieder zu verbessern. Im Januar hatte die Regierung in Seoul etwa offiziell ihr Bedauern über das Eindringen ziviler Drohnen in den nordkoreanischen Luftraum zum Ausdruck gebracht. Kims einflussreiche Schwester Kim Yo Jong hatte dies zunächst als »sehr glücklich und weise« gelobt. In diesem Monat bezeichnete ein ranghoher nordkoreanischer Funktionär den Süden dann jedoch wieder als »Feinstaat«, der dem Norden »am feindlichsten« gesinnt sei.