Wegen Teilnahme Israels: Mehr wie 1100 Musiker fordern ESC-Boykott

Mehr als 1100 Musikerinnen und Musiker fordern wegen der Teilnahme Israels einen Boykott des Eurovision Song Contest (ESC). Zu den Unterzeichnern eines entsprechenden Aufrufs gehören Pink-Floyd-Mitgründer Roger Waters, der ehemalige Genesis-Frontmann Peter Gabriel, die britische Band Massive Attack, der US-Rapper Macklemore und die nordirische Rap-Gruppe Kneecap.

Mehrere der bekannten Bands und Musiker, die den Aufruf  mit dem Titel „No Music For Genocide“ (Keine Musik für den Genozid)  unterstützen, beteiligen sich teilweise schon seit Jahren an Boykottaufrufen gegen Israel und israelfeindlichen Kampagnen. Gegen einen der Kneecap-Musiker ermittelte die britische Justiz etwa wegen Terrorvorwürfen, weil er sich bei einem Konzert in eine Fahne der libanesischen Hizbullah-Miliz gehüllt hatte.

Die Kampagne „No Music For Genocide“ fordert nun einen Ausschluss des israelischen Fernsehsenders Kan vom ESC, weil dieser sich „an den von Israel begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit mitschuldig gemacht“ habe. Der ESC werde zudem dazu genutzt, „den Völkermord, die Belagerung und die brutale militärische Besatzung“ des Gazastreifens durch Israel „reinzuwaschen und zu normalisieren“.

Wegen der Teilnahme Israels boykottieren in diesem Jahr die Niederlande, Spanien, Irland, Slowenien und Island den ESC. Damit schicken im Mai nur Sendeanstalten aus 35 Ländern Beiträge zur 70. Ausgabe des Musikwettbewerbs nach Wien. Es ist der größte Boykott in der Geschichte des Wettbewerbs. Anlass für die Debatte um Israels ESC-Teilnahme war der israelische Militäreinsatz im Gazastreifen als Reaktion auf den Angriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023.

Source: faz.net