Marktbericht: Deutscher Aktienindex schwächelt zur Eröffnung

Blick auf die Dax-Kurstafel in der Frankfurter Börse


marktbericht

Stand: 23.04.2026 • 10:43 Uhr

Es ist immer noch unklar, wie es im Nahen Osten weitergeht. Die wirtschaftlichen Schäden werden immer größer, die Inflations- und Konjunkturrisiken nehmen zu. Anleger sind in Sorge, der DAX fällt zurück.

Noch weiß niemand, ob und wann es zu erneuten Gesprächen zwischen den USA und Iran kommen wird, deshalb agieren die Anleger vorsichtig. Bereits am Mittwoch hatte der DAX verloren, heute zum Handelsstart hat der deutsche Leitindex weitere 0,5 Prozent nachgegeben auf 24.071 Punkte.

Die Nervosität der Anleger nehme zu, sagte Thomas Altmann von QC Partners. Denn der Schaden, den dieser Konflikt der Weltwirtschaft zufüge, werde von Tag zu Tag größer.

Für die Anleger bleibt die Lage an der Straße von Hormus das entscheidende Thema. Noch immer ist sie nicht offen, damit bleibt die Versorgungslage schwierig. Es gibt Befürchtungen, dass es in einigen Bereichen zu Lieferengpässen kommen könnte. Und Öl ist nach wie vor sehr teuer: Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent liegt wieder über der Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter).

Experte Dennis Kissler vom Finanzdienstleister BOK Financial Securities geht davon aus, dass der Preisanstieg so lange weitergeht, bis eine der beiden Kriegsparteien nachgibt. Seiner Einschätzung nach sind die Verhandlungen über ein Abkommen festgefahren. „Je länger kein Öl durch die Straße von Hormus fließt, desto weiter werden die Preise steigen“, sagte Kissler.

Der Automarkt in der Europäischen Union (EU) ist im März deutlich gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Neuzulassungen von Pkw um 12,5 Prozent auf 1,158 Millionen Autos, wie der Herstellerverband ACEA mitteilte. Marktführer in der EU blieb Volkswagen. Deutlich im Plus lagen der chinesische Elektroautobauer BYD und Tesla, letzterer nach einem scharfen Rückgang im Vorjahr.

Elektroautos werden in der Europäischen Union derzeit wieder beliebter. Das hat viel mit neuen und überarbeiteten Steuervergünstigungen und Förderprogrammen zu tun. Nach einer ACEA-Übersicht bieten alle EU-Staaten Anreize zum Umstieg auf Elektrofahrzeuge. Steuerliche Vorteile für Dienstwagen gibt es in 18 Mitgliedstaaten, eine Kaufförderung in 21 Ländern. In der Regel wird die Anschaffung reiner E-Autos und von Plug-in-Hybrid-Modellen gefördert, fünf Länder tun auch etwas für Neuwagen mit nicht extern aufladbarem Hybridantrieb. Die Ladeinfrastruktur unterstützen 14 der 27 EU-Mitglieder.

Autoexperte Constantin Gall von der Beratungsfirma EY ist allerdings skeptisch, was die kommenden Monate betrifft. „Es steht zu befürchten, dass sich der starke März als ein Strohfeuer erweisen wird und wir in den kommenden Monaten eine deutlich verhaltenere Entwicklung sehen werden.“

Gall begründet das mit der aktuellen Wirtschaftslage in Europa: „Die Spannungen im Nahen Osten, die massiv steigenden Kraftstoffpreise und eine wahrscheinlich deutlich steigende Inflation in den kommenden Monaten werden den Neuwagenmarkt bremsen, denn in derart unsicheren Zeiten werden große Anschaffungen vertagt.“

Die Investoren blicken derzeit nicht nur in den Nahen Osten: Eine Vielzahl von Unternehmen legt Bilanzen vor. Der französische Autobauer Renault hat zum Jahresauftakt von der Zusammenarbeit etwa mit Nissan und mit Geely profitiert. Renault blickt auch optimistisch in die Zukunft: Die Auftragsbücher seien in Europa besser gefüllt, deutlich stärker entwickelten sich die Bestellungen bei Elektroautos.

Der Brauereikonzern Heineken berichtet von einem überraschend robusten Bierabsatz im ersten Quartal, lässt aber durchblicken, dass die kommenden Monate schwieriger werden könnten. „Der Welthandel ist komplexer und volatiler geworden, mit Auswirkungen auf die Verfügbarkeit und die Kosten von Energie in bestimmten Märkten“, erklärte der scheidende Vorstandschef Dolf van den Brink. „Dies führt zu Inflationsdruck, der die Verbraucherstimmung mittelfristig beeinträchtigen könnte.“ Heineken hat bereits den Abbau von 6.000 Stellen angekündigt.

Source: tagesschau.de