Nahost-Liveblog: ++ Keine Entspannung an den Ölmärkten ++

Karte: Persischer Golf mit Iran, Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, Vereinigte Arabische Emirate, Oman


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Stand: 22.04.2026 • 03:09 Uhr

Trotz der angekündigten Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran zeichnet sich an den Ölmärkten keine echte Entspannung ab. Mehr als 30 Länder beteiligen sich an einer Planungskonferenz für einen neutralen Einsatz in der Straße von Hormus.

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

Trotz der von US-Präsident Trump angekündigten Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran zeichnet sich an den Ölmärkten keine echte Entspannung ab. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete vor Trumps Ankündigung erstmals seit gut einer Woche wieder über hundert Dollar. Anschließend gab der Preis etwas nach und lag zuletzt bei 99 Dollar. Im Vergleich zum Vortag entspricht das einem Plus von knapp vier Prozent. Der Anstieg bei der US-Sorte WTI fiel weniger stark aus.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat die Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran begrüßt. IAEA-Chef Rafael Grossi sagte, die Bemühungen zur Beendigung des Konflikts zwischen Teheran und Washington seien ein „komplexer Prozess“, und es sei wichtig, diesem Prozess Kontinuität zu geben.

Grossi, der derzeit für das Amt des nächsten UN-Generalsekretärs kandidiert, warnte zudem beide Seiten, dass ein mögliches Friedensabkommen von Beginn an die IAEA einbeziehen müsse, um die Kontrolle über das iranische Atomprogramm sicherzustellen. Andernfalls, so fügte er hinzu, hätte man nur „eine Illusion eines Abkommens“.

Für einen möglichen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus treffen sich heute Militärs aus 30 Ländern im britischen Militärhauptquartier Northwood in London. Das von Großbritannien und Frankreich ausgerichtete zweitägige Planungstreffen folgt auf eine internationale Konferenz in Paris in der vergangenen Woche.

London und Paris wollen einen neutralen Marineeinsatz organisieren, der sich klar von den Kriegsparteien abgrenzt, um Handelsschiffe zu begleiten und zu sichern. Auch Deutschland erwägt einen Beitrag zur Minenräumung und Seeaufklärung. Voraussetzung ist stabiler Waffenstillstand.

Die anhaltende Blockade des iranischen Seehandels beeinträchtigt nach Meinung von US-Finanzminister Scott Bessent Teherans Wirtschaftskraft schwer. Die Lager auf der für den Ölhandel wichtigen Insel Charg würden in wenigen Tagen voll sein, weshalb die Ölfelder stillgelegt werden müssten, schrieb Bessent auf der Plattform X. „Die Beschränkung des iranischen Seehandels zielt direkt auf die wichtigsten Einnahmequellen des Regimes ab.“

US-Präsident Trump hatte zuvor mitgeteilt, er verlängere die Waffenruhe mit Iran. An der Seeblockade will er indes festhalten. Sie betrifft Schiffe, die aus iranischen Häfen kommen oder diese ansteuern. Die Insel Charg im Persischen Golf gilt als logistisches Rückgrat für die Exportwirtschaft des Landes.

Er sehe so aus, als dass die Waffenruhe erstmal bis auf weiteres verlängert werde, ohne Deadline, so ARD-Korrespondent Börgers. US-Präsident Trump stehe grundsätzlich geschwächt da. Er habe weder einen „Deal“ erreicht, noch seine Drohungen wahrgemacht und das Land angegriffen.

Iran hat die Vereinten Nationen zur Verurteilung der Beschlagnahmung seiner Schiffe durch die USA aufgerufen. Die iranische UN-Mission sandte einen Brief an die UN und den Sicherheitsrat und forderte eine „entschiedene und unmissverständliche“ Verurteilung der US-Entscheidung vom Sonntag, ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff anzugreifen und zu beschlagnahmen.

„Dies stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht, eine klare Verletzung der Waffenruhe und einen Akt der Aggression mit den Merkmalen von Piraterie dar“, erklärte die Mission auf X. „Ein derart rücksichtsloses Vorgehen gefährdet unmittelbar die internationale Schifffahrt und untergräbt die maritime Sicherheit.“ Washington hatte erklärt, das Schiff habe versucht, die US-Seeblockade nahe der Straße von Hormus zu umgehen.

Ein Kommandeur der Revolutionsgarde hat den Golfstaaten mit der Zerstörung ihrer Ölproduktion gedroht, sollten sie Angriffe auf Iran von ihrem Staatsgebiet aus erlauben. Die Hisbollah hat nach eigenen Angaben Raketen auf Israel abgefeuert.

Source: tagesschau.de