Mehr denn 1,3 Milliarden Euro Hilfe aufwärts Sudan-Konferenz zugesagt
Zwölf Millionen Vertriebene und 33 Millionen Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind: Gegen das unfassbare Leid im Sudan wurden auf einer auch von Deutschland ausgerichteten Konferenz enorme Hilfszusagen gemacht. Doch reichen wird das nicht.
Im Kampf gegen die aktuell weltweit größte humanitäre Katastrophe im Sudan wurden mehr als 1,3 Milliarden Euro Hilfen für die notleidende sudanesische Bevölkerung zugesagt. Allein Deutschland stellt 230 Millionen Euro zur Verfügung. Das teilte Außenminister Johann Wadephul im Rahmen der dritten internationalen Sudan-Konferenz in Berlin mit.
Der CDU-Politiker hatte zuvor andere Länder, Organisationen und Akteure des Privatsektors aufgerufen, sich an der deutschen Hilfe zu beteiligen. „Lasst uns unsere Kräfte bündeln, damit humanitäre Hilfe und humanitäre Diplomatie Leben retten können“, so Wadephul.
Vorherige Zusagen sollten übertroffen werden
Die insgesamt dritte Sudan-Konferenz wurde von der Bundesregierung zusammen mit Großbritannien, Frankreich, den USA sowie der EU und Afrikanischen Union ausgerichtet. In den vergangenen Jahren hatte es bei Konferenzen in Paris und London schon Hilfszusagen in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro beziehungsweise etwa einer Milliarde Euro gegeben. Wadephul hatte im Vorfeld der diesjährigen Konferenz angekündigt, diesen Betrag übertreffen zu wollen – das ist nun offenbar gelungen. Wird das Geld tatsächlich bereitgestellt, könnten damit weite Teile des Hilfsplans der Vereinten Nationen finanziert werden.
Neben der Mobilisierung von Hilfen war auch eine Wiederbelebung der Friedensverhandlungen im Sudan ein Ziel der Konferenz. In dem drittgrößten Land Afrikas liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo seit drei Jahren einen erbitterten Machtkampf. Vertreter der Konfliktparteien im Sudan nahmen an der Konferenz nicht teil.
Der Bürgerkrieg im Sudan hat zu einer der schlimmsten humanitären Krisen weltweit geführt. Mehr als zwölf Millionen Menschen wurden laut UN vertrieben, rund 4,5 Millionen flohen in Nachbarländer. Über 33 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Das entspricht mehr als zwei Dritteln der Gesamtbevölkerung des Landes.
UN-Chef Guterres: „Albtraum muss ein Ende haben“
In einer Videobotschaft hat sich auch UN-Generalsekretär António Guterres zum dritten Jahrestag des Bürgerkriegsbeginns im Sudan geäußert und ihn als „tragischen Meilenstein“ bezeichnet. Er forderte ein „Ende des Albtraums“ im Sudan. Die Folgen des Bürgerkrieges beschränkten sich nicht nur auf den Sudan, sondern führten zu einer Destabilisierung der gesamten Region, so Guterres.
UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hatte für eine Verbesserung der Lage im Sudan unter anderem ein Waffen-Embargo gefordert. Eine Waffenruhe gilt als Voraussetzung dafür, dass internationale Hilfsorganisationen die Menschen im Sudan versorgen können.
Mit Informationen von Christina Nagel, ARD-Hauptstadtstudio.
Source: tagesschau.de