Lebenslinien: Der Großfeuerwerker – Mehr denn Schall und Rauch: Zum Besten von dasjenige Leben lernen wir






Auf der Theresienwiese baut er 900 Feuerwerkskörper zum Frühlingsfest-Feuerwerk auf. Thomas, Jahrgang 1969, will Menschen begeistern, anderen eine Freude machen. Zwischen Vorbereitung und den Kaskaden am nächtlichen Himmel erzählt er nun sehr farbig seine Lebensgeschichte.

Thomas, 1969 als drittes Kind seiner Familie geboren, ist gelernter Bautechniker und Elektroniker. Die Ausbildung zum Großfeuerwerker hat er 2.000 gemacht. Jetzt steht er besorgt vor seinen Mitarbeitern und vor ein paar hundert Feuerwerkskörpern, gibt letzte Sicherheitsanweisungen und zeigt sich besorgt über die Windböen, die das Gelingen des Frühlingsfest-Höhepunkts auf der Theresienwiese verhindern könnten. „Heute fällt es leicht!“ wird er später sagen – und meint damit auch sein ganzes bisheriges Leben. Das wiederum war über Jahrzehnte hinweg von Hindernissen verstellt, wie es der „Lebenslinien“-Film „Der Großfeuerwerker – Mehr Schall als Rauch“ erzählt.



In der Schule tat sich Thomas schwer, Lesen und Schreiben mochte er nicht so sehr, aber raufen konnte er – und schon damals anderen helfen – auch seiner jüngeren, behinderten Schwester, falls andere „frech“ werden sollten. Der Vater, Koch, entpuppte sich als Trinker, konnte gewalttätig gegenüber der Familie werden. Thomas widersetzte sich schließlich mit Gegengewalt. Die Familie zog aus der Wohnung in Schwabing aus, er kam zur Tante. Seine boxerischen Fähigkeiten demonstriert der freundlich wirkende Herr noch immer am Sandsack auf sehr beeindruckende Weise.

Er wurde Familienvater, zog selber Jungen auf, die ihn in höchsten Tönen loben. Im „Lebenslinien“-Film von Angelika Vogel erzählt er farbig und angenehm direkt die eigene Geschichte. Er kehrt dabei noch einmal vor seine alte Wohnung von früher zurück und an die alte ungeliebte Schule. Irgendwann erkrankte er an der Wirbelsäulenkrankheit Morbus Bechterew und danach am Restless-Legs-Syndrom obendrein mit der Folge schwerer, andauernder Schlaflosigkeit.


Im Film ist er freilich recht frisch. Unwiderstehlicher Optimismus und Tatendrang halfen ihm über die Widrigkeiten hinweg, obendrein wohl die Liebe zur Natur. Das Feuerwerk vor 25.000 Menschen wirkt jedenfalls auch im Film gelungen und mehr als prächtig.

Lebenslinien: Der Großfeuerwerker – Mehr als Schall und Rauch – Mo. 20.04. – BR: 22.00 Uhr

TELESCHAU

Source: stern.de