Konflikt mit Trump: Vance rät dem Papst, sich hinaus moralische Fragen zu subsumieren
Der amerikanische Vizepräsident J. D. Vance hat Papst Leo XIV. empfohlen, sich aus der amerikanischen Politik herauszuhalten. „In manchen Fällen wäre es das Beste für den Vatikan, sich auf moralische Angelegenheiten zu konzentrieren“, sagte Vance in einem Interview des Senders Fox News am Montag (Ortszeit).
Hintergrund ist ein Schlagabtausch zwischen dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump und dem Oberhaupt der katholischen Kirche. Am Wochenende hatte Leo erneut verlangt, die aktuellen Kriege zu beenden, und an die Regierenden appelliert, Frieden einkehren zu lassen. Trump hatte ihm darauf vorgeworfen, eine „schreckliche“ Außenpolitik zu betreiben. Später legte er nach und erklärte: „Ich bin kein Fan von Papst Leo.“
Vance sagte im Fox-News-Gespräch, es sei gut, dass sich der Papst für die Dinge einsetzt, die ihm wichtig sind, aber die amerikanische Politik solle er dem Präsidenten der Vereinigten Staaten überlassen.
Vance: Jesus-Bild von Trump bloß ein Scherz
Dass Trump und der Pontifex momentan Konflikte miteinander hätten, sei nichts, worüber er sich große Sorgen mache, erklärte der Republikaner, der vor einigen Jahren zum Katholizismus konvertiert war.
Zu einem von Trump online veröffentlichten und später wieder gelöschten Bild, welches den US-Präsidenten als Heiland stilisierte, sagte er, Trump habe dies aus seiner Sicht „als Scherz gepostet“ und dann schnell mitbekommen, dass „eine Menge Leute seinen Humor in dem Fall nicht verstehen“. Kritiker warfen dem Präsidenten Blasphemie vor.

Das Verhältnis zwischen dem Papst, Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken, und dem US-Präsidenten gilt bereits seit längerer Zeit als angespannt. Gleich nach seiner Wahl im Mai 2025 war der erste US-amerikanische Papst als „Anti-Trump“ bezeichnet worden.
Meloni: Es ist richtig, dass der Papst zu Frieden aufruft
Trumps Attacken gegen den Papst lösten in den USA und Italien Empörung aus. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte am Montag: „Ich halte die Worte von Präsident Trump gegenüber dem Heiligen Vater für inakzeptabel.“ Der Papst sei das Oberhaupt der katholischen Kirche, und es sei „richtig und normal, dass er zum Frieden aufruft und jede Form von Krieg verurteilt“.
Brilyn Hollyhand, der frühere Ko-Vorsitzende des Jugendbeirats der Republikanischen Partei (RNC), schrieb auf der Plattform X über das mit KI generierte Bild Trumps, das später wieder gelöscht wurde: „Das ist schwere Gotteslästerung. Der Glaube ist keine Requisite. Man muss sich nicht als Retter inszenieren, wenn die eigene Erfolgsbilanz für sich sprechen sollte.“
Trump wies zurück, dass das Bild ihn als eine Art Jesus darstellen solle. Dies sei „Fake News“, sagte er Journalisten vor dem Weißen Haus: „Das soll mich als Arzt zeigen, der Menschen heilt, und ich heile Menschen.“
Von der katholischen Kirche in Lateinamerika gab es nach Trumps Attacken viele Solidaritätsbekundungen mit dem Papst. „Wir haben einen konsequenten Anführer, der uns einen Weg ohne Umkehr aufzeigt: den Frieden stets und unter allen Umständen zu fördern“, schrieb der chilenische Kardinal Fernando Chomalí im Kurznachrichtendienst X.
Der peruanische Kardinal Carlos Castillo erklärte: „Wir bekunden unsere Unterstützung angesichts der Äußerungen eines Staatsoberhauptes, das versucht hat, einen Papst zu diskreditieren, der seine Mission erfüllt, die Mission Jesu.“
Die brasilianische Bischofskonferenz schrieb in einer Stellungnahme, die geistliche und moralische Autorität des Papstes orientiere sich nicht an der Logik der politischen Konfrontation, sondern an der Treue zum Evangelium.
In Mittelamerika meldete sich die Bischofskonferenz aus Panama zu Wort. Die von Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta und Bischof Luis Enrique Saldaña Guerra unterzeichnete Erklärung stellte heraus, das Amt des Papstes sei ein geistliches und kein politisches. Seine Worte seien ein Dienst am Gewissen der Menschheit.
Source: faz.net