Französische Schauspielerin Nathalie Baye tot

Sie stand für Steven Spielberg, François Truffaut oder Claude Sautet vor der Kamera: Die französische Schauspielerin Nathalie Baye ist am Freitagabend ihrer Pariser Wohnung im Alter von 77 Jahren gestorben.

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Nathalie Baye ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Das bestätigte ihre Agentin Elisabeth Tanner der Deutschen Presse-Agentur. Französischen Medienberichten zufolge starb die erkrankte Schauspielerin am Freitagabend in Paris. Die Charakterdarstellerin („Eine pornographische Beziehung“) ist für die vielfältigen und mitunter gegensätzlichen Rollen berühmt, die sie in ihrer jahrzehntelangen Karriere verkörperte. Baye litt laut französischen Medien an einer Demenz-Erkrankung.

Baye wurde am 6. Juli 1948 in Mainneville in der Normandie geboren. Zu ihren ersten kleineren Rollen zählte ein Auftritt im Liebesfilm „Zwei Menschen unterwegs“ des vierfachen Oscarpreisträgers Robert Wise. Später drehte sie mit Regiegrößen wie Jean-Luc Godard, Claude Chabrol, Bertrand Blier, Claude Sautet und Xavier Dolan. Als ihr eigentlicher Entdecker gilt François Truffaut.

In „Die amerikanische Nacht“ spielte sie das Scriptgirl Joëlle und wurde damit über Nacht bekannt. In dem Psychodrama „Das grüne Zimmer“ schaffte sie 1978, nur knapp fünf Jahre später, den internationalen Durchbruch.

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Weitere Kassenhits folgten wie „Eine merkwürdige Geschichte“, „Der Verrat“ und „Schöne Venus“. In dem internationalen Kinohit „Catch Me If You Can“ spielte sie an der Seite von Leonardo DiCaprio und Tom Hanks. In dem britischen Erfolgsfilm „Downton Abbey II“ über eine englische Adelsfamilie verkörperte sie eine französische Aristokratin.

Die Schauspielerin wurde mehrfach mit dem begehrten französischen Filmpreis César ausgezeichnet. Ihre Tochter, die Schauspielerin Nathalie Smet, stammt aus einer Beziehung mit dem französischen Rockstar Johnny Hallyday. In Frankreich war Baye wegen ihrer Bescheidenheit beliebt. So bezeichnet sie sich selbst als „Anti-Star“ und eine Person „voller Gegensätze“.

dpa/AFP/doli

Source: welt.de