„Es fließt kein Geld“: Trump dementiert Milliarden-Deal für jedes iranisches Uran
„Es fließt kein Geld“Trump dementiert Milliarden-Deal für iranisches Uran
17.04.2026, 18:24 Uhr
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Die USA werfen Teheran vor, kurz vor dem Bau von Atomwaffen zu stehen. Präsident Trump begründet damit auch den Krieg gegen den Iran. Nun soll einem Bericht zufolge über einen Deal verhandelt werden, der dem Iran Geld gegen Uran anbietet. Doch Trump wiegelt ab.
Der Iran wird nach Angaben von Präsident Donald Trump kein Geld dafür bekommen, dass er seinen Vorrat an hoch angereichertem Uran aufgibt. Die Vereinigten Staaten würden Teherans Uran bekommen und es werde keine Geldtransfers in irgendeiner Form geben. „Es fließt kein Geld“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Das hochangereicherte Uran, das sich sehr tief unter Irans Atomanlagen befinden soll, nannte Trump nicht direkt. Stattdessen sprach er von „nuklearem Staub“ – einen Begriff, den er bereits häufiger für Irans Uran-Vorrat genutzt hat.
Das Nachrichtenportal „Axios“ hatte zuvor über einen Plan zur Beendigung des Kriegs berichtet, über den die USA und der Iran aktuell verhandelten. Zur Diskussion stehe unter anderem, ob die USA eingefrorene Gelder des Irans in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar (rund 16,9 Milliarden Euro) freigeben, schrieb das Portal unter Berufung auf zwei US-Beamte und weitere mit den Verhandlungen vertraute Personen. Im Gegenzug solle Teheran seinen Vorrat an hoch angereichertem Uran aufgeben, hieß es.
Bei den eingefrorenen Geldern handelt es sich um Auslandsguthaben des Iran, die bei internationalen Banken angelegt wurden. Ihr Zweck war es, den Wechselkurs der Landeswährung Rial abzusichern. Die Sanktionen gegen den Iran hindern jedoch den Zugriff des Mullah-Regimes. Wie hoch die Guthaben genau sind, ist unklar. Schätzungen gehen laut einem Bericht des Fernsehsenders Euronews von mehr als 100 Milliarden Dollar aus, umgerechnet rund 86,5 Milliarden Euro.
„Axios“ zitiert einen US-Beamten damit, dass es sich bei dem Deal Geld gegen Uran um einen US-Vorschlag handele. Demnach sollen die USA in einer früheren Verhandlungsphase bereit gewesen sein, sechs Milliarden Dollar für den Iran freizugeben, damit dieser Lebensmittel, Medikamente und andere humanitäre Hilfsgüter kaufen könnte. Die Iraner sollen jedoch 27 Milliarden Dollar gefordert haben. Ein anderer US-Beamter verwies jedoch darauf, dass es sich um einen von vielen diskutierten Aspekten handele.
„Nicht über die Presse“
Regierungssprecherin Anna Kelly teilte mit, dass Washington und Teheran weiter in konstruktiven Gesprächen stünden. Die Verhandlungen sollten „nicht über die Presse“ ablaufen. Nur Ankündigungen Trumps oder des Weißen Hauses sollten als Tatsachen betrachtet werden.
Eine der obersten Prioritäten der US-Regierung ist es laut „Axios“, sicherzustellen, dass der Iran keinen Zugang zu den fast 2000 Kilogramm angereicherten Uran erhält, die in seinen unterirdischen Atomanlagen lagern sollen. Abgesehen haben es die USA dabei vor allem auf 450 Kilogramm Uran, die auf einen Reinheitsgrad von 60 Prozent angereichert sein sollen.
„Atomstaub“ zurückgeben
Früheren Angaben Trumps zufolge hatte der Iran zugestimmt, seine Bestände von angereichertem Uran zu übergeben. „Sie haben zugestimmt, uns den Atomstaub zurückzugeben“, sagte Trump bereits am Donnerstag vor Journalisten in Washington, ohne nähere Angaben dazu zu machen. Er fügte hinzu, beide Länder stünden „sehr kurz“ vor dem Erzielen eines Friedensabkommens. „Es gibt eine sehr gute Chance, dass wir einen Deal erzielen.“
Zudem sagte Trump am Donnerstag, dass sich US-amerikanische und iranische Unterhändler an diesem Wochenende zu einer zweiten Gesprächsrunde treffen würden, um das Abkommen abzuschließen. Die Gespräche sollen laut einer mit den Vermittlungsbemühungen vertrauten Quelle voraussichtlich am Sonntag in Islamabad stattfinden. Im Hintergrund vermittelt Pakistan in den Verhandlungen, mit Unterstützung aus Ägypten und der Türkei.
Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran weist dies zurück und behauptet, sein Atomprogramm nur zivil nutzen zu wollen. Den Krieg gegen den Iran hatte Trump auch damit begründet, Teheran stehe kurz vor dem Bau von Atomwaffen und könne damit „bald“ sogar die USA angreifen.
Source: n-tv.de