BBC will solange bis zu 2.000 Stellen streichen

Eingang zum BBC-Hauptgebäude in London

Stand: 15.04.2026 • 21:23 Uhr

Sparen muss die BBC schon länger. Doch nun trifft es Hunderte Mitarbeiter. Bis zu 2.000 Arbeitsplätze streicht die britische Rundfunkanstalt. Ganze Kanäle könnten wegfallen, Gewerkschaften sind alarmiert.

Stellenstreichung bei der BBC: Auf der eigenen Internetseite kündigte die Rundfunkanstalt an, bis zu 2.000 Arbeitsplätze streichen zu wollen. Insgesamt arbeiten bei der BBC 21.500 Menschen. Interims-Generaldirektor Rhodri Talfan Davies schloss auch die Abschaffung ganzer Kanäle oder Dienste nicht aus und sprach von einer „wirklich schwierigen Nachricht“. Britische Gewerkschaften warnten vor einem Qualitätsverlust.

Die Stellenstreichung ist Teil von Bemühungen, innerhalb der kommenden drei Jahre zehn Prozent der Ausgaben einzusparen. Die BBC ist schon seit längerem unter großem Spardruck und musste immer wieder schmerzhafte Abstriche machen.

Einnahmeprobleme und eine Klage von Trump

Die BBC wird über einen Rundfunkbeitrag finanziert. Jeder Haushalt in Großbritannien muss jährlich 210 Euro bezahlen. Zuletzt waren jedoch die Einnahmen zurückgegangen.

Die konservative Vorgängerregierung, die der BBC Linkslastigkeit vorwarf, hatte Beitragserhöhungen zuletzt für zwei Jahre ausgesetzt. Zudem gab es Pläne, die Beiträge ganz abzuschaffen und stattdessen ein Abo-Modell einzuführen wie beim Streamingdienst Netflix. Mit der aktuellen Labour-Regierung laufen Gespräche über eine Anpassung des Beitrags.

Auch eine Verleumdungsklage von US-Präsident Donald Trump setzt die BBC unter Druck. Er fordert mindestens zehn Milliarden Dollar Schadenersatz wegen einer von der BBC ausgestrahlten Dokumentation, in der Ausschnitte aus Trumps Rede vom 6. Januar 2021 so zusammengeschnitten worden waren, dass der Eindruck entstand, er habe seine Anhänger direkt zum Sturm auf das Kapitol aufgerufen.

Source: tagesschau.de