Iran-Waffenruhe läuft aus: Pakistan vermittelt unter Zeitdruck
Pakistan bemüht sich, Vertreter Irans und der USA in Islamabad an einen Tisch zu bringen. Doch die Zeit wird knapp: Die Waffenruhe läuft in Kürze aus. Und die Knackpunkte sind nicht ausgeräumt.
Pakistan ist bereit und vorbereitet, in der Hauptstadt Islamabad sind die Sicherheitsvorkehrungen hochgefahren und die Gäste der drei besten Hotels der Stadt hinausgebeten worden, bis Freitag zumindest. Wenn sich die Delegationen beider Seiten auf den Weg machen, gibt es Platz für sie.
Druck und Diplomatie
Aber kommen sie? Das ist die Frage, die alle Nachrichtensendungen beschäftigt, wie hier im indischen Sender NDTV: „Nur noch Stunden, bis die vereinbarte Waffenruhe ausläuft – der US-Präsident sagte in einem Telefoninterview mit CNN, er glaubt, dass Teheran verhandeln muss. Und wenn nicht, wird es Probleme bekommen wie nie zuvor.“
Es sei eine Strategie aus militärischem Druck und Diplomatie, die die USA verfolgten, durch die Blockade der Straße von Hormus und mit dem Angriff auf einen iranischen Frachter: „Die US-Seeblockade dient als Druckmittel, um Iran zu einem Abkommen zu bewegen“, erklärt Hanan Hussein vom Thinktank Initiate Futures. „Ob ein solches Abkommen akzeptabel sein wird, hängt von den Kompromissen ab – was sehen beide Seiten als machbare Zugeständnisse an?“
Iran sieht US-Blockade als Hindernis für Gespräche
Die Straße von Hormus scheint der Knackpunkt zu sein. Iran sagt, er habe in gutem Willen nach Verhandlungen seine Sperrung der für den weltweiten Ölhandel entscheidenden Passage aufgehoben, sagt ein iranischer Nachrichtensprecher. Doch die USA begingen „Piraterie“ und „Seeräuberei“ mit ihrer sogenannten Blockade.
Die US-Marine hat nach eigenen Angaben bisher 27 Schiffe davon abgehalten, iranische Häfen anzulaufen. Diese Abriegelung ist für Iran das Haupthindernis für Gespräche und der Angriff auf einen iranischen Frachter sei ein Verstoß der USA gegen die Waffenruhe. Die Strategie aus Druck und Diplomatie könnte auch scheitern, meint Analyst Hanan Hussein.
Denn solange Iran und die USA keine konkreten Anstrengungen unternehmen, ihre Erwartungen hinsichtlich dessen, was als machbares, praktikables und umsetzbares Abkommen gilt, abzustimmen, kann jede dieser Drucktaktiken das Vertrauensverhältnis gefährden, das beide Seiten benötigen, um Fortschritte zu erzielen, auch durch die Vermittlung Pakistans.
Großes Misstrauen auf iranischer Seite
Pakistan bemüht sich, auf allen Ebenen zu vermitteln, Diplomaten beider Länder sind in Islamabad, der pakistanische Armeechef Asim Munir versucht, auf Donald Trump einzuwirken, Ministerpräsident Sharif hat mit dem iranischen Präsidenten telefoniert. Aber: Vor allem auf iranischer Seite betonen Führungsvertreter immer wieder, dass sie den USA zutiefst misstrauten.
Der iranische Parlamentspräsident Bagher Ghalibaf schrieb am Montagabend noch auf der Onlineplattform X, Teheran akzeptiere keine Verhandlungen mit den USA unter Drohungen. US-Präsident Donald Trump versuche, den Verhandlungstisch in einen „Kapitulationstisch“ zu verwandeln, fügte er hinzu.
Ghalibaf ist der Chefunterhändler auf iranischer Seite; er, so hieß es aus Teheran, werde sich nach Islamabad begeben, wenn US-Vize JD Vance komme. Wenn. Die Anreise aus Washington dauert normalerweise 16 Stunden – dann wäre die vereinbarte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran eigentlich schon abgelaufen.
Source: tagesschau.de