Kurzzeitiger Stromausfall in Berlin – 1314 Haushalte wieder versorgt

Im Berliner Stadtteil Nikolassee ist der Strom nach einem nächtlichen Ausfall für rund 1.314 Haushalte wiederhergestellt. Die Ursache der Störung ist noch unklar. Zuvor war das Gebiet bereits von einem großflächigen Blackout betroffen.

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Rund drei Monate nach dem tagelangen Stromausfall im Berliner Südwesten ist in einem Teil des damals betroffenen Gebiets erneut der Strom ausgefallen. Die Störung in Nikolassee konnte laut des Netzbetreibers Stromnetz Berlin GmbH jedoch zeitnah behoben werden. Gegen 23.35 Uhr waren nach Angaben eines Sprechers alle 1314 betroffenen Haushalte wieder am Netz.

Der Strom sei gegen 22.00 Uhr ausgefallen, hieß es zuvor vom Netzbetreiber. Erste Haushalte waren bereits gegen 22.40 Uhr wieder am Netz. Zu der Ursache des Stromausfalls konnte der Sprecher bislang keine Angaben machen. Betroffen waren die Straßen Kirchweg, Schopenhauerstraße, Von-Luck-Straße, Waldrebensteig, Wasgenstraße und Umgebung.

Die Polizei hatte während des Stromausfalls ihre Streifentätigkeit in dem betroffenen Gebiet verstärkt. „Unsere Einsatzkräfte sind dort nun verstärkter unterwegs, um ansprechbar zu sein und das Sicherheitsgefühl der Anwohnerinnen und Anwohner zu stärken“, teilte sie auf der Plattform X mit. Die Menschen könnten sich auch an die Polizeiwache vor Ort wenden.

Erinnerung an tagelangen Blackout

Anfang Januar war es im Südwesten der Stadt nach einem mutmaßlich von Linksextremisten begangenen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke zu dem bislang längsten Stromausfall der Nachkriegsgeschichte gekommen. 100.000 Menschen in 45.000 Haushalten und mehr als 2000 Gewerbebetriebe waren teils tagelang ohne Strom und damit oft auch ohne Heizung. Am 7. Januar war die Stromversorgung wieder für alle hergestellt.

Damals herrschte eisige Kälte und es lag Schnee. Tausende Berliner flüchteten in Hotels. Beim Senat gingen mehr als 2800 Anträge zur Erstattung der Kosten ein. Der Senat kündigte während des Stromausfalls an, die Kosten zu übernehmen. Die Auszahlung läuft über den Bezirk Steglitz-Zehlendorf. In etwa 700 Fällen sei das Geld ausgezahlt oder die Anträge seien positiv beschieden worden, hieß es Anfang Januar vom Bezirk.

Millionen-Belohnung ausgelobt

Um die Täter zu finden, wurde eine Millionen-Belohnung für Hinweise zu ihnen ausgelobt. Demjenigen, der den Ermittlern bis zum 24. Februar entscheidende Informationen gibt, die zur Aufklärung des Brandanschlags vom 3. Januar führen, wurde eine Million Euro versprochen. Die Frist dafür lief jedoch am 24. Februar ab. Bislang ist nichts von einem Fahndungserfolg der Polizei bekannt.

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Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe äußerte sich auf Anfrage nicht zu der Zahl der eingegangenen Hinweise seit Bekanntgabe der Belohnung durch das Bundeskriminalamt vor einem Monat. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach Anfang Februar von einer Vielzahl von Hinweisen und drückte seine Hoffnung aus, jemand aus der linksextremistischen Szene könnte die Täter kennen und der Polizei einen Tipp geben.

Razzia wegen eines weiteren Stromausfalls

Einen massiven Blackout hatte es zuvor bereits im September 2025 im Bezirk Treptow-Köpenick gegeben. Damals waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2000 Gewerbebetriebe betroffen. Am 9. September 2025 hatte ein nächtliches Feuer Starkstromkabel im Südosten Berlins weitgehend zerstört. In einem Bekennerschreiben im Internet war von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof und die dortigen Firmen und Forschungseinrichtungen die Rede. Bei den Firmen wurden nach aktuellen Schätzungen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro verursacht.

Rund sechs Monate nach dem mutmaßlich linksextremen Brandanschlag durchsuchten bei einer großangelegten Razzia Polizisten Ende März Wohnungen und andere Räume in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz in Brandenburg, wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mitteilte. Den vier Beschuldigten im Alter von 28, 31, 35 und 36 Jahren wird verfassungsfeindliche Sabotage vorgeworfen. Festnahmen gab es keine.

dpa/sebe

Source: welt.de