Außenwirtschaft: Warum Chinas neuer Fünfjahrplan zu Händen die Modebranche wichtig ist

Den starken Anstieg bei den Modeeinfuhren aus China im vergangenen Jahr – laut German Fashion lagen sie bei einem Gesamtwert von 9,4 Mrd. Euro, ein Plus von 17,4% im Vergleich zum Vorjahr – führt der Modeverband so auch auf Shein und Co zurück.
Eine Entwicklung, die nach Meinung von Marktbeobachtern durchaus absehbar gewesen sei. Zumindest mittelbar. „Die Vergangenheit zeigt, dass die Fünfjahrespläne konsequent und mit messbaren Ergebnissen das staatliche Handeln strukturieren und steuern“, sagt Oliver Oehms, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer in Nordchina. Durchgesetzt würden die Pläne konsequent nach dem „Von oben nach unten“-Prinzip. „Zentrale Vorgaben, die lokal umgesetzt und mit Maßnahmen hinterlegt werden“, so Oehms.
Das habe natürlich Einfluss auf die Strategie der Unternehmen, die an den Fördermaßnahmen teilnehmen wollen. Besonders sichtbar werde das in Bezug auf die Außenwirtschafts- und Exportförderung. Interessierten Beobachtern könne man deswegen nur empfehlen, sich mit dem jetzt im März verabschiedeten Plan auseinanderzusetzen – und ihn ernst zu nehmen.
Das tun auch deutsche Modeunternehmen. „Wir beobachten die Entwicklungen in der Region genau“, heißt es etwa von Zalando. Bei der Frage, welche Schlüsse sie aus dem 15. Fünfjahresplan konkret ziehen, halten sich die Unternehmen allerdings bedeckt. „Den Fünfjahresplan können wir nicht im Detail kommentieren“, lautet so die Antwort von Hugo Boss. China sei unabhängig davon ein wichtiger Absatzmarkt für das Unternehmen, in dem es in Zukunft plant, zu wachsen. „Im Rahmen unserer Strategie verfolgen wir schon länger einen Nearshoring-Ansatz, um regionale Beschaffungs- und Produktionsaktivitäten noch näher an unsere Absatzmärkte heranzuführen“, heißt es weiter.