Supermärkte: Rewe will solange bis zu 40 Tegut-Supermärkte übernehmen

Der Handelskonzern Rewe hat angekündigt, bis zu 40 Filialen der Supermarktkette Tegut übernehmen zu wollen. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde ein entsprechender Vertrag mit dem Tegut-Mutterkonzern Migros Zürich unterzeichnet. Ein Großteil der Märkte soll von Rewe selbst betrieben werden, die übrigen Standorte sollen an die Discounter-Tochter Penny gehen. Rund 200 der insgesamt gut 300 Märkte von Tegut sollen an Edeka gehen, auch Aldi hat Interesse an einzelnen Filialen bekundet. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt.

Im März hatte der Schweizer Mutterkonzern Migros den Rückzug aus ​dem deutschen
Markt bekannt gegeben und den Verkauf von Tegut eingeleitet. Als Grund für den Rückzug nannte das Unternehmen den harten Wettbewerb
und rückläufige Umsätze in Deutschland. Den Mitarbeitenden der von der Übernahme betroffenen Märkte soll laut Rewe-Vorstandsmitglied Peter Maly ein Jobangebot unterbreitet werden. Wie viel Rewe für die Tegut-Standorte bezahlen will, ist unklar.

Misereor-Studie kritisiert Marktmacht der Supermarktketten

Es wird erwartet, dass das Kartellamt wegen der hohen Marktmacht der großen Handelsketten die mögliche Übernahme intensiv prüft. Experten wie der Kartellrechtler Rupprecht Podszun halten es für möglich, dass die Behörde die Übernahme ganz oder teilweise untersagt.

Eine neue Studie, die unter anderem vom Hilfswerk Misereor veröffentlicht wurde, beklagt die Marktmacht der großen Supermarktketten. Die Machtkonzentration führt laut Misereor-Experte Wilfried Wunden dazu, »dass sich Unternehmen aus dem Globalen Süden gegen unfaire Geschäfte kaum zur Wehr setzen können.« Unternehmer aus Asien, Afrika oder Lateinamerika riskierten bei Beschwerden den Marktzugang für ihren Kakao, Kaffee oder ihr Obst und Gemüse. 

Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland kontrollieren nach Angaben der Studie bereits über 87 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland. Studienautor Ulrich Müller forderte die Untersagung der geplanten Übernahme von Tegut-Filialen durch Edeka. »Wir brauchen eine stärkere Begrenzung von großen Firmenübernahmen«, sagte Müller bei der Vorstellung der Studie.