Papst-Besuch in Algerien: In jener Heimat des heiligen Augustinus

Für einen Papst von heute ist eine Afrikareise ein Klassiker. Sie jedoch in Algerien zu beginnen, wie es Leo XIV. von Montag bis Mittwoch dieser Woche tat, bevor es weiter nach Kamerun, Angola und Äquatorialguinea ging, ist eine historische Premiere. Noch nie zuvor war ein Oberhaupt der katholischen Kirche in diesem Land. Zwei Vorgänger des amerikanischen Papstes, Franziskus und Johannes Paul II., hatten immerhin Marokko besucht.

Der Auftakt ist ein positives Signal an die Muslime. Seit der Unabhängigkeit Algeriens im Jahr 1962 ist der Islam hier Staatsreligion. Die Bevölkerung ist mehrheitlich muslimisch-sunnitisch. Unter den 47 Millionen Einwohnern des Landes gibt es nur etwa 10.000 Katholiken, und ihre Religionsfreiheit ist recht eingeschränkt. Der Klerus steht unter Beobachtung der Behörden, jegliche »Missionierung« ist verboten. Zudem ist Algeriens Katholizismus eine Diaspora-Realität: Bischöfe, Priester und Ordensleute sind meist französische, italienische oder spanische Missionare. Die meisten Gläubigen hingegen sind Migranten aus Subsahara-Afrika. Sie kommen zum Studieren oder Arbeiten, sind manchmal auf der Durchreise, bevor sie ihr Glück in Europa suchen.