Technologiekonzern Bosch: Bosch schreibt zum ersten Mal seitdem 2009 Verluste
Die Milliardenkosten für den Stellenabbau und die US-Zölle haben den Technologiekonzern Bosch tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 400 Millionen Euro, teilte Finanzchef Markus Forschner bei der Bilanzvorlage mit. Zuletzt hatte Bosch einem Sprecher zufolge im Krisenjahr 2009 Verluste gemeldet.
Die Kosten für den Stellenabbau haben das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, vor allem in Form von hohen Rückstellungen, die notwendig sind, um die tatsächlichen Auszahlungen schrittweise in den folgenden Jahren leisten zu können. Darüber hinaus wirkten sich Forschner zufolge Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche Zölle belastend aus.
Dadurch ergibt sich nach Angaben von Forschner ein Ergebnis, das von Sonder- und Einmaleffekten stark beeinflusst ist – jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung. Zwar brach der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern ebenfalls um rund 42 Prozent ein, war aber mit 1,8 Milliarden Euro immer noch positiv. Der Umsatz stieg leicht auf 91 Milliarden Euro. Damit liegt das Unternehmen deutlich unter den eigenen Erwartungen. Die langjährigen Ziele hat Bosch bereits länger verschoben.
Kühlschränke und Backöfen verkaufen sich schlecht
Der weltweit größte Autozulieferer leidet nicht nur in seinem Kernbereich, sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern. So halten sich zum Beispiel viele Verbraucherinnen und Verbraucher aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von Geräten wie Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und Gartengeräten zurück.
Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Deshalb will der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart allein im Zulieferbereich in den nächsten Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Weitere Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen – unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge.
Ende 2025 beschäftigte die Gruppe rund 412.774 Menschen auf der ganzen Welt – 5.085 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei zeigte sich eine Verschiebung von Europa in andere Weltregionen. Überproportional von der Entwicklung betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Insgesamt waren es hier zuletzt etwa 123.000 Menschen – und damit 6.700 oder fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres.