Naher Osten: Tui will heute mit Rückholung deutscher Touristen starten
Der Reisekonzern Tui plant mit einer Rückholung seiner im Nahen Osten festsitzenden Kunden innerhalb einiger Tage. Wie viele Menschen konkret nach Deutschland zurückgebracht werden sollen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel beim Fernsehsender n-tv nicht. Er gehe aktuell davon aus, dass die ersten Flüge heute durchgeführt werden könnten.
Erste Flüge sollten nach München gehen. Geplant sei es, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad zurückzubringen. Auch stünden eigene Flugzeuge von Tui Fly bereit. Diese seien „Standby, sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch möglichst zügig abzuholen“.
Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, sei abhängig von der Sicherheitslage, sagte Ebel. Er gehe davon aus, dass es „etwas ist, was einige Tage dauern wird“.
Kritik an Reaktion der Bundesregierung
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sagte im ZDF-heute journal, dass er guter Dinge sei, dass die baldige Rückkehr deutscher Urlauber nach und nach gelinge. Das Auswärtige Amt bereitet aktuell die Rückholung von Kranken, Kindern und Schwangeren aus der Konfliktregion vor.
Politiker von Linken und Grünen kritisierten die Reaktion der Bundesregierung. „Erst an Tag drei nach Ausbruch des Krieges anzukündigen, einzelne vulnerable Personengruppen aus der Region evakuieren zu wollen, reicht nicht aus“, sagte die Grünen-Außenpolitikerin Luise Amtsberg den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Laut der außenpolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Cansu Özdemir ist die Krisenkommunikation der Bundesregierung mangelhaft. Die aktuelle Ankündigung, vorerst nur besonders vulnerable Gruppen zu evakuieren, schüre Verunsicherung.
Zehntausende Deutsche sitzen fest
Für die Präsidentin der Allianz Selbstständiger Reiseunternehmen, Anke Budde, gehe es jetzt darum, die Gäste zu beruhigen, Sachlichkeit und transparente Kommunikation mit ihnen zu haben, „damit eben keine Panik ausbricht“. Im rbb-Inforadio teilte sie mit, dass derzeit ein großer Aufwand betrieben werde, um Flugzeuge in die betroffenen Regionen zu schicken und Reisende wieder nach Hause zu holen.
Budde sagte, dass der Krieg für die Branche auch die wirtschaftlichen Unwägbarkeiten verschärfe. „Sicherlich wird uns das wirtschaftlich, finanziell treffen, weil jetzt auf absehbare Zeit ein wichtiges Drehkreuz möglicherweise wegfallen wird.“ Es herrsche eine große Unsicherheit.
Laut Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sitzen derzeit rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Zahlreiche Staaten haben ihren Luftraum geschlossen, auch Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest.
Torsten Schäfer, Sprecher des DRV bekräftigte im Deutschlandfunk die Empfehlung des Auswärtigen Amts, „im Hotel zu bleiben und sich nicht auf eigene Faust in ein anderes Land oder zum Flughafen zu begeben“. Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts seien „ein sehr wichtiges Instrument und sollten wirklich sehr ernst genommen werden“.
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