„Wir sind jeglicher am Ende“ – Teammitglieder verlassen Wal-Rettungsinitiative, Tierärztin im Krankenhaus

Während der vor der Insel Poel liegende Buckelwal erneut feststeckt, werden Probleme im Team der privaten Rettungsinitiative öffentlich: Die Sprecherin ist zurückgetreten, eine Tierärztin befindet sich im Krankenhaus.

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Mehrere Teammitglieder haben die private Initiative zur Rettung des Wals vor Poel verlassen oder fallen vorerst aus. Christiane Freifrau von Gregory, die als Pressesprecherin des Teams aufgetreten ist, tritt zurück. Sie mache den Weg frei, da eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit unter den derzeitigen Rahmenbedingungen „für uns“ nicht mehr möglich sei.

„Unser Ziel war es stets, die professionelle und ruhige Umsetzung des Konzepts, das Mensch und Tier schützt. Die aktuellen Entwicklungen und die Dynamiken vor Ort entsprechen jedoch nicht mehr den Grundwerten und Standards, für die ich persönlich und wir als Team stehen“, heißt es in einer schriftlichen Mitteilung von Gregorys.

Weiter teilt sie mit: „Um die Integrität unserer bisherigen Arbeit zu wahren und die weitere Rettung des Tieres nicht durch interne Differenzen zu belasten, ist ein klarer Schnitt zum jetzigen Zeitpunkt unumgänglich.“

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Der Rückzug der Sprecherin ist nicht der einzige, den die private Initiative verkraften muss. So ist deren leitende Tierärztin, Janine Bahr-van Gemmert, am Montag mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte. Auch eine weitere Tierärztin fällt demnach aus. „Ich habe natürlich auch mit großer Sorge zur Kenntnis genommen, dass die aus Hawaii eingeflogene Tierärztin abgereist ist“, sagte Backhaus am Morgen. „Das nehme ich zur Kenntnis.“ Zuvor hatten Medien berichtet, dass Jenna Wallace wegen Differenzen im Team abgereist sei.

Mediamarkt-Mitgründer und Mitfinanzierer der Aktion Walter Gunz sprach von einer enormen Belastung für das ganze Team. Er selbst habe seit acht Tagen nur drei bis vier Stunden pro Nacht geschlafen und sei auch angeschlagen. „Wir sind alle am Ende.“ Aufgeben wolle die Initiative aber nicht. Es gehe auf jeden Fall weiter.

Wasserstand in Wismarer Bucht deutlich gesunken

Nachdem sich der Wal am Montag bei steigendem Wasserstand freigeschwommen hatte, ist der Wasserstand in der Wismarer Bucht inzwischen deutlich geringer. Wie eine Sprecherin des Wasserstandsvorhersagedienstes Ostsee mitteilte, liegt dieser rund 50 Zentimeter niedriger als zur gleichen Uhrzeit am Tag zuvor. Aktuell befindet er sich auf dem Normalstand. Bis 10.00 Uhr soll er um zehn Zentimeter steigen und sein Maximum erreichen. Im Tagesverlauf wird er dann bis circa 18.00 Uhr um 30 Zentimeter fallen und ungefähr auf diesem Niveau bleiben.

dpa/jm

Source: welt.de