US-Banken mit Quartalsbilanzen: Morgan Stanley und Bofa glänzen

Mit Bank of America und Morgan Stanley haben am Mittwoch weitere US-Banken ihre Geschäftszahlen für 2026 vorgelegt. Dabei glänzte Morgan Stanley. Die Investmentbank hat wie zuvor der Rivale Goldman Sachs im ersten Quartal vom boomenden Geschäft ⁠mit Fusionen und Übernahmen und vom anziehenden Wertpapierhandel profitiert. Wie die Bank am Mittwoch in New York mitteilte, kletterte Morgan Stanleys Nettogewinn um fast ‌ein Drittel auf 5,6 Milliarden Dollar und übertraf damit den des größeren Rivalen Goldman Sachs. Die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital betrug bei Morgan Stanley 27,1 Prozent, bei Goldman Sachs, gemessen an der Profitabilität deutscher Banken, auch noch hervorragende 19,8 Prozent.

Im Gegensatz zu Goldman Sachs keine Enttäuschung im FICC-Geschäft

Morgan Stanleys ‌Erträge ‌stiegen im ersten Quartal 2026 auf 20,6 (Vorjahresquartal: 17,7) Milliarden Dollar und übertrafen damit die Erwartungen der Analysten. Anders als die Bank Goldman Sachs, die am Montag einen um 18 Prozent höheren Quartalsgewinn von 5,4 Milliarden Dollar bekannt gegeben hatte, enttäuschte Morgan Stanley die Anleger mit dem Ergebnis im Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen nicht. In diesem FICC-Geschäft, in dem auch die Deutsche Bank besonders stark ist, erlöste Morgan Stanley 3,4 Milliarden Dollar. Man habe von den stark schwankenden Energiepreisen profitiert, hieß es.

Noch mehr erlöste Morgan Stanley mit 5,1 Milliarden Dollar (plus 25 Prozent) im Aktiengeschäft, dank mehr Beratungsleistungen für Börsengänge und Wandelanleihen. Neben diesem Investmentbanking-Geschäft lieferte auch die Vermögensberatung für reiche Kunden („Wealth Management“) ein starkes Ergebnis ab: einen Rekord von 8,5 Milliarden Dollar an Einnahmen und ein Beitrag von 2,6 Milliarden Dollar zum Vorsteuergewinn, dem eine sehr auskömmliche Vorsteuergewinnmarge von 30,4 Prozent zugrunde liegt.

J.P. Morgan und Goldman Sachs mit Kursverlusten an der Wall Street

Zuvor hatten am Dienstag die US-Banken J.P. Morgan und Citigroup ihre Quartalszahlen vorgelegt. Auch sie schafften Gewinnsteigerungen gegenüber dem Vorjahresquartal auf 16,5 Milliarden Dollar und 5,8 Milliarden Dollar. Damit hatten sie allerdings wie auch Goldman Sachs die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllt. An den Aktienmärkten gab es für US-Banken nach Vorlage der Quartalszahlen zunächst Kursverluste. Bei Morgan Stanley konnten die Anleger zunächst keine größeren Schwachstellen in der Quartalsbilanz entdecken.

Dies gilt auch für die zweite Bank, die am Mittwoch Quartalszahlen vorlegte: Die Bank of America (Bofa) profitierte ebenfalls von einem überraschend starken Investmentbanking-Geschäft. Ihr Nettogewinn stieg von Januar bis März um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 8,6 Milliarden Dollar. Dies teilte das Institut am Mittwoch am Sitz in Charlotte (North Carolina) mit. Der Gewinn je Aktie sei so hoch wie nie in den vergangenen zwanzig Jahren. Allerdings ist diese Bank ähnlich wie auch J.P. Morgan breiter aufgestellt und anders als Goldman Sachs und Morgan Stanley stark im Kreditgeschäft engagiert. Die wichtigste Einnahmequelle, der Zinsüberschuss, kletterte um 9 Prozent und übertraf damit die angekündigten 7 Prozent Plus. Für ausfallgefährdete Kredite musste die Bofa 1,3 Milliarden Dollar an Risikovorsorge zurückstellen, 200 Millionen Dollar weniger als vor einem Jahr. Das spricht für eine stabile Konjunktur trotz Krieg, steigender Energiepreise und brüchiger Lieferketten.

Source: faz.net