Trump will Iran laut Medienberichten nur wenige Tage z. Hd. Antwort schenken
Die iranischen Revolutionsgarden setzen zwei Containerschiffe in der Straße von Hormus fest. Die Verlängerung der Waffenruhe soll US-Medien zufolge nur von kurzer Dauer sein – die Rede ist von drei bis fünf Tagen. Mehr im Liveticker.
Am 28. Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Am Mittwoch läuft eine vereinbarte Waffenruhe aus. Die Blockade der Straße von Hormus wurde wieder aufgenommen.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
22:39 Uhr – Weißes Haus: Beschlagnahme von Schiffen kein Bruch der Waffenruhe
Die US-Regierung wertet die Beschlagnahmung von zwei Schiffen durch den Iran nicht als Verstoß gegen die Bedingungen der vereinbarten Waffenruhe. Grund sei, dass es sich nicht um US-amerikanische oder israelische Schiffe gehandelt habe, sondern um welche mit Eigentümern aus anderen Ländern, sagt die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, gegenüber Fox News.
21:12 Uhr – Trump will Iran laut Medien nur wenige Tage für Antwort geben
US-Präsident Donald Trump will der iranischen Führung Medienberichten zufolge nur wenige Tage geben, um sich auf einen geeinten Vorschlag zur Beilegung des Krieges zu verständigen. Er sei bereit, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern, berichten das Nachrichtenportal „Axios“ und der Sender Fox News unter Berufung auf eine US-Quelle beziehungsweise einen Beamten aus dem Weißen Haus. Trumps am Dienstag angekündigte Verlängerung der Waffenruhe ist demnach nur für einen kurzen Zeitraum angedacht.
Auch der Sender CNN berichtet unter Berufung auf zwei mit den internen Gesprächen vertraute Quellen, dass Trump plane, den Iranern ein begrenztes Zeitfenster zu geben, um einen geeinten Vorschlag für neue Verhandlungen zu erarbeiten und den diplomatischen Prozess so wieder in Gang zu bringen. Ob dies auch an die Iraner übermittelt worden ist, ist demnach unklar.
16:17 Uhr – Aktivisten: Mitarbeiter iranischer Atombehörde wegen angeblicher Spionage hingerichtet
Im Iran ist am Mittwoch ein Mann wegen angeblicher Verbindungen zum israelischen Geheimdienst Mossad hingerichtet worden – Aktivisten zufolge arbeitete er für die iranische Atomenergiebehörde. „Mehdi Farid wurde heute Morgen wegen seiner umfassenden Zusammenarbeit mit dem terroristischen Geheimdienst Mossad gehängt, nachdem der Fall geprüft und das endgültige Urteil bestätigt wurde“, hieß es auf der Website Misan Online der iranischen Justiz. Er sei der „Korruption auf Erden“ schuldig befunden worden, worauf die Todesstrafe steht.
Die Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights (IHR) erklärte, Farid habe für die iranische Atomenergiebehörde gearbeitet, als er am 31. März 2023 festgenommen worden sei. Die Organisation mit Sitz in Norwegen beobachtet die Menschenrechtslage im Iran und berichtet über Hinrichtungen in dem Land.
Laut IHR war der Angeklagte ursprünglich zu zehn Jahre Gefängnis verurteilt worden. In einem neuen Verfahren sei dann im Juli 2025 nach einer Verurteilung wegen Spionage für Israel die Todesstrafe gegen ihn verhängt worden.
Auch die in den USA ansässige Menschenrechtsorganisation HRANA erklärte, der 55-Jährige sei Angestellter der nationalen Atomenergiebehörde gewesen. Das neue Verfahren sei die Folge einer Berufung durch die Staatsanwaltschaft gewesen.
15:57 Uhr – IEA-Chef: Iran-Krieg hat folgenschwerste Energiekrise ausgelöst
Der Chef der Internationalen Energieagentur IEA, Fatih Birol, sieht die internationale Staatengemeinschaft wegen des Iran-Kriegs mit der „größten Energiekrise der Geschichte“ konfrontiert. Die Verluste durch diesen Krieg seien „viel größer als alle Krisen zusammen, was Öl und Gas angeht“, sagte Birol am Mittwoch auf dem Petersberger Klimadialog in Berlin.
Birol rechnete mit „einer großen Reaktion auf diese Krise“. Es sei „jetzt Aufgabe der Regierungen, ihre Energiepolitik auf den Industriesektor auszurichten“, sagte er. Es werde voraussichtlich auch Neuerungen in allen wirtschaftlichen Bereichen geben. „Und das ist eine wunderbare Gelegenheit“, sagte er.
14:12 Uhr – Iran reklamiert Angriff auf drei Frachtschiffe
Irans Streitkräfte haben nach eigenen Angaben drei Frachtschiffe vor ihrer Küste angegriffen und manövrierunfähig gemacht. In einer von der Nachrichtenagentur Fars verbreiteten Nachricht hieß es zur Begründung, die Revolutionsgarden hätten ihre „regelwidrige“ Durchfahrt durch die Straße von Hormus gestoppt.
Die Nachrichtenagentur Fars veröffentlichte die Namen der drei Frachtschiffe. Laut dem Trackingdienst Vesselfinder handelte es sich bei der „Epaminondas“ um ein Containerschiff unter Flagge Liberias, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten in Richtung Indien unterwegs war. Der Frachter „MSC Francesca“ lag zuletzt vor der Küste Saudi-Arabiens und fährt unter der Flagge Panamas. Außerdem wurde ein Containerschiff namens „Euphoria“ attackiert, das sich iranischen Angaben zufolge in griechischem Besitz befinden soll.
Die „MSC Francesca“ und „Epaminondas“ seien beschlagnahmt und in iranische Gewässer gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Marine der Revolutionsgarden.
12:10 Uhr – Straße von Hormus: Revolutionsgarden melden Beschlagnahmung von zwei Schiffen
Die Marine der iranischen Revolutionsgarden beschlagnahmt der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Tasnim zufolge zwei Schiffe und bringt sie an die Küste des Landes. Die „MSC Francesca“ und die „Epaminondas“ seien festgesetzt worden, da sie ohne Genehmigung auf Fahrt und ihre Navigationssysteme manipuliert gewesen seien, teilen die Garden mit. Dies habe die Sicherheit auf See gefährdet.
12:05 Uhr – Arabische Länder wollen Reparationen vom Iran für Kriegsschäden
Die arabischen Länder fordern vom Iran Reparationen für die im Krieg entstandenen Schäden und Verluste. Teheran sei zu solchen Zahlungen dem Völkerrecht nach verpflichtet, heißt es in einer Erklärung der Arabischen Liga nach einem virtuellen Treffen. „Der Iran trägt international die volle Verantwortung für seine unrechtmäßigen und nicht gerechtfertigten Angriffe gegen arabische Staaten“, heißt es in der Erklärung der Außenminister.
Als Vergeltung für die Militärschläge der USA und Israels im Iran griff das Land seit Kriegsbeginn Ende Februar mit Tausenden Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern die Golfstaaten an. Dabei kamen US-Einrichtungen, wie etwa Botschaften und Militärstützpunkte, aber auch zivile Ziele wie Flughäfen und Wohngegenden unter Beschuss. Die meisten der Angriffe wurden in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait gemeldet.
„Die arabischen Länder waren und werden keine Geiseln in den Händen des Irans sein, um Rechnungen zu begleichen“, sagte Ahmed Abul Gheit, Generalsekretär der Organisation, Berichten zufolge. Die Arabische Liga umfasst 22 Staaten des arabischen Raums in Nordafrika und dem Nahen Osten.
10:32 Uhr – Britische Behörde: Zwei Schiffe in der Straße von Hormus beschossen
Kurz nach dem ersten Angriff meldete die britische Behörde für maritime Sicherheit UKMTO einen weiteren Beschuss eines Schiffes in der Region. Das Frachtschiff sei am Mittwoch aus einem iranischen Hafen ausgelaufen. Rund acht Seemeilen westlich der iranischen Küste sei es nach Angaben des Kapitäns beschossen und „auf See gestoppt“ worden, erklärte die UKMTO. Berichte über Schäden am Schiff liegen demnach nicht vor. Kurz zuvor war bereits ein Containerschiff vor der Küste des Omans britischen Behördenangaben zufolge von einem iranischen Schnellboot angegriffen worden.
08:50 Uhr – Trump: Iran „bricht finanziell zusammen“ wegen Blockade der Straße von Hormus
Laut US-Präsident Trump steht der Iran wegen der fortdauernden Schließung der Straße von Hormus kurz vor dem finanziellen Kollaps. „Der Iran bricht finanziell zusammen!“, schrieb Trump am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. Die Islamische Republik „hungert nach Geld“, fügte Trump hinzu.
Dem US-Präsidenten zufolge wolle Teheran eigentlich, dass die strategisch wichtige Meerenge „sofort geöffnet wird“. Die Islamische Republik habe allerdings erklärt, die Straße von Hormus weiter zu blockieren, weil sie damit „ihr Gesicht wahren“ könne, führte Trump weiter aus.
08:02 Uhr – Schifffahrtsbehörde: Containerschiff vor dem Oman von iranischem Angriff getroffen
Ein Containerschiff ist vor der Küste des Omans britischen Behördenangaben zufolge von einem iranischen Schnellboot angegriffen worden. „Das Schiff wurde ohne vorherige Funkwarnung von einem Kanonenboot der Streitkräfte der iranischen Revolutionsgarden beschossen“, erklärte die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) am Mittwoch. Das Schiff habe „schwere Schäden“ an der Brücke erlitten, die Besatzung sei jedoch „unversehrt“. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der UKMTO gegen 8 Uhr rund 15 Seemeilen nordöstlich der omanischen Küste.
Das iranische Nachrichtenportal Nur-News, das dem Nationalen Sicherheitsrat nahesteht, bestätigte einen Vorfall. Ein Containerschiff, das Warnungen der iranischen Streitkräfte ignoriert hatte, sei beschossen worden und habe erheblichen Schaden erlitten, hieß es.
07:30 Uhr – SPD-Politiker für Aussetzung EU-Israel-Abkommen – Kritik an Wadephul
Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Adis Ahmetović, kritisiert, dass Deutschland am Dienstag gegen die Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel gestimmt hat. „Die Bundesregierung verhindert damit aktiv eine geeinte europäische Haltung in der Nahostpolitik – gerade auch als Reaktion auf die Destabilisierung durch die israelische Regierung im Gazastreifen, im Westjordanland und im Libanon“, sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Außenminister Johann Wadephul habe auch keine Kompromissvorschläge unterstützt. Dieser müsse seine Entscheidung überdenken. „Wir erwarten vom Außenminister Klarheit und den Mut, den Weg für europäische Einigkeit freizumachen.“ Spanien, Irland und Slowenien hatten auf dem EU-Außenministertreffen am Dienstag versucht, eine Mehrheit für eine Aussetzung des Assoziierungsabkommens zu bekommen.
06:47 Uhr – Rakete auf mobiler Rampe gezeigt
In Teheran kommt es zu Kundgebungen. Mitglieder der paramilitärischen Revolutionsgarde brachten bei einer Veranstaltung am späten Dienstagabend offenbar eine ballistische Rakete auf einer mobilen Abschussrampe mit.
Auf den vom Staatsfernsehen ausgestrahlten Aufnahmen waren Männer mit Sturmgewehren vom Typ Kalaschnikow zu sehen, die auf einer Rakete saßen, die dem Typ Ghadr-110 ähnelte. Solche Raketen können einzelne Sprengkörper, sogenannte Streumunition, freisetzen. Der Iran setzte diese während des Kriegs bei Angriffen auf Israel mehrfach ein.
06:35 Uhr – Trump droht Iran nach Verlängerung der Waffenruhe
Trump hat dem Iran nach der Verlängerung der Waffenruhe erneut gedroht. Am Dienstagabend erklärte er auf Truth Social, der Iran wolle die Straße von Hormus nicht schließen, sondern offenhalten, um sein Rohöl verkaufen zu können. Sollte er dies zulassen, könne es „niemals ein Abkommen mit dem Iran geben, es sei denn, wir sprengen den Rest ihres Landes in die Luft – einschließlich ihrer Führung“, schrieb Trump. Unklar ist, ob und wann die Gespräche in der pakistanischen Hauptstadt wieder aufgenommen werden könnten.
06:04 Uhr – Iran zeigtsich misstrauisch und droht
Ein Berater des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf wies derweil Trumps Ankündigung auf der Plattform X als bedeutungslos zurück. Die „Verliererseite kann die Bedingungen nicht diktieren“, schrieb Mahdi Mohammadi. Die Fortsetzung der US-Seeblockade sei mit Bombardierungen gleichzusetzen und müsse militärisch beantwortet werden.
Außenminister Abbas Araghtschi hatte kurz vor Ablauf der Feuerpause auf X geschrieben: „Iranische Häfen zu blockieren, ist ein kriegerischer Akt und somit ein Verstoß gegen die Waffenruhe“.
Der Berater des Parlamentspräsidenten Ghalibaf argwöhnt, dass Trumps Verlängerung der Waffenruhe eine List sei, „Zeit für einen Überraschungsangriff zu gewinnen“. Es sei an der Zeit, dass Teheran die Initiative ergreife, schrieb Mohammadi auf X weiter. Ein Sprecher des iranischen Militärs schrieb auf der Plattform, man bleibe in „höchster Alarmbereitschaft“ und sei bereit, auf Bedrohungen oder Taten der Gegner „schnell und entschieden zu reagieren“.
Ein Kommandeur der Revolutionsgarden nannte laut der Agentur Fars Ölfelder und Raffinerien in benachbarten Golfstaaten als potenzielle Ziele, falls diese den USA und Israel weiterhin erlauben würden, „ihr Territorium zu nutzen“. Das US-Regionalkommando Centcom schrieb auf X, man bleibe einsatzbereit.
02:39 Uhr – Straße von Hormus im Zentrum der Verhandlungen
Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, sagte dem iranischen Staatsfernsehen, es gebe noch „keine endgültige Entscheidung“ über eine Teilnahme an den Gesprächen mit den USA. Grund seien „inakzeptable Handlungen“. Damit verwies der Sprecher offenbar auf die Blockade der USA.
Irans UN-Vertreter Amir Saeid Iravani sagte am Dienstag jedoch, Teheran habe „einige Signale“ erhalten, dass die USA bereit seien, die Blockade iranischer Häfen zu beenden. Der UN-Botschafter sagte, die Aufhebung der Blockade bleibe Voraussetzung für eine Rückkehr zu Friedensgesprächen. Dann, so sagte er, „wird wahrscheinlich die nächste Verhandlungsrunde stattfinden“.
02:10 Uhr – Verlängerte Waffenruhe stoppt Ölpreis-Anstieg kaum
Trotz der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran zeichnet sich an den Ölmärkten keine echte Entspannung ab. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete vor Trumps Ankündigung erstmals seit gut einer Woche wieder über hundert Dollar. Anschließend gab der Preis etwas nach und lag zuletzt bei 99 Dollar. Im Vergleich zum Vortag entspricht das einem Plus von knapp vier Prozent. Der Anstieg bei der US-Sorte WTI fiel weniger stark aus.
AP/AFP/Reuters/dpa/ceb/krö/doli/sebe/jmr/säd/saha
Source: welt.de