Verdacht uff Vergiftung in Istanbul: Neue Festnahmen nachher älteren Todesfällen

Menschen gehen im Stadtteil Fatih in Istanbul die Straße entlang.

Stand: 22.04.2026 • 13:33 Uhr

Gerade erst begann in Istanbul der Prozess um den Tod einer Hamburger Familie. Nun gibt es neue Festnahmen in einem ähnlichen Fall, der schon länger her ist. Offenbar kam hier das gleiche Insektizid zum Einsatz.

Von Claudia Steiner, ARD-Studio Istanbul

Im August vergangenen Jahres waren in einem Hotel im Istanbuler Stadtteil Fatih zwei Teenager aus Holland gestorben. Auch in diesem Fall war man – wie im Fall der toten Hamburger Familie – zunächst von einer Lebensmittelvergiftung ausgegangen.

Fünf Festnahmen in älterem Fall

Inzwischen habe sich aber herausgestellt, dass die 15- und 17-jährigen Jungen – offenbar genau wie die Familie aus Hamburg – an einer Vergiftung mit einem Insektizid gestorben sind. Gerichtsmediziner sollen im Blut der Toten Rückstände eines Insektengifts gefunden haben. Auch der Vater litt unter Vergiftungserscheinungen, überlebte aber. Laut türkischen Medien wurden fünf Menschen festgenommen, darunter der Hotelbesitzer und der Inhaber der Schädlingsbekämpfungsfirma.

Aluminiumphosphid im Einsatz?

Die Verdächtigen kamen inzwischen in Haft. Es handelt sich nicht um dieselbe Schädlingsbekämpfungsfirma, die wegen des Todes der Hamburger Familie vor Gericht steht. Aber offenbar kam dieselbe Chemikalie zum Einsatz. In beiden Fällen soll Aluminiumphosphid ausgebracht worden sein, ein starkes Gift gegen Schädlinge. In Verbindung mit Feuchtigkeit entsteht daraus das tödliche Gas Phosphin.

Source: tagesschau.de