Signal-Konto von Klöckner offenbar triumphierend gehackt – Behörden in Alarmstimmung
Cyberangriff auf höchster Ebene: Das Signal-Konto von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner wurde einem „Spiegel“-Bericht zufolge erfolgreich gehackt. Behörden schlagen Alarm – denn auch Friedrich Merz ist Teil des Adressbuchs.
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner ist Opfer der aktuellen Phishing-Angriffswelle gegen Nutzer des Messengerdienstes Signal geworden. Das Signal-Konto der CDU-Politikerin wurde von den Angreifern erfolgreich kompromittiert. Darüber berichtet der „Spiegel“. Internationale Nachrichtendienste machen Russland für die seit Monaten andauernde Angriffswelle verantwortlich.
Der Vorgang löst bei deutschen Sicherheitsbehörden Alarmstimmung aus. Klöckner bekleidet nicht nur das zweithöchste Staatsamt, sie ist auch Teil des CDU-Präsidiums. Dessen Mitglieder kommunizieren offenbar ebenfalls via Signal-Gruppenchat. Ein Mitglied des Chats ist Bundeskanzler Friedrich Merz.
Dem „Spiegel“ zufolge haben Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz den Kanzler in der Sache bereits persönlich aufgesucht und über den Vorgang unterrichtet. Eine Untersuchung seines Smartphones habe anders als bei Bundestagspräsidentin Klöckner offenbar keine Auffälligkeiten ergeben.
Klöckner äußerte sich dem Bericht zufolge nicht. Eine CDU-Sprecherin bestätigte dem „Spiegel“ auf Anfrage, dass eine Chatgruppe mit Präsidiumsmitgliedern der Partei betroffen gewesen sei. Ein Regierungssprecher bestätigte nur die bereits öffentlich gewordenen Warnungen der Behörden vor der laufenden Kampagne. Zu möglichen Betroffenen und sicherheitsrelevanten Vorgängen mache er grundsätzlich keine Angaben. Auch das BfV wollte sich nicht zu dem Sachverhalt äußern.
Erst am Dienstag hatte das BfV die Fraktionsspitzen der im Bundestag vertretenen Parteien und die Parteigeschäftsstellen erneut eindringlich vor der andauernden Kampagne gewarnt. Laut Sicherheitskreisen sind mittlerweile mindestens 300 Betroffene in Deutschland bekannt.
„Es ist davon auszugehen, dass so zahlreiche Signal-Gruppen im parlamentarischen Raum derzeit von den Angreifern nahezu unbemerkt ausgelesen werden“, hieß es in der 20-seitigen Warnung. „Dem BfV sind bereits zahlreiche hochrangige Betroffenheiten bekannt geworden“, heißt es darin weiter. Angesichts der Art der Angriffe sei „jedoch von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen“.
Zuletzt hatten Phishing-Angriffe über Messenger wie Signal zugenommen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und das Bundesamt für Verfassungsschutz veröffentlichten in diesem Zusammenhang einen Leitfaden mit Schutztipps. Im Fokus der Angriffe stehen demnach unter anderem „hochrangige Ziele aus Politik, Militär und Diplomatie sowie Investigativjournalistinnen und -journalisten“.
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Source: welt.de