Lesen Angreifer Nachrichten?: Klöckners Signal-Account soll gehackt worden sein

Lesen Angreifer Nachrichten?Klöckners Signal-Account soll gehackt worden sein

22.04.2026, 18:54 Uhr

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Die Bundestagspräsidentin wurde anscheinend Opfer eines Phishing-Angriffs. (Foto: picture alliance / SZ Photo)

Hackerangriffe auf Politiker sorgen für Unruhe. Einem Bericht zufolge ist auch Julia Klöckner betroffen. Die Täter sollen bei ihr und vielen anderen erfolgreich gewesen. Möglicherweise haben die Unbekannten nun Zugriff auf interne Nachrichten aus dem Bundestag. Entwarnung gibt es bei Friedrich Merz.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner ist laut einem Medienbericht Opfer der aktuellen Phishing-Angriffswelle gegen Nutzer des Messengerdienstes Signal geworden. Das Signal-Konto der CDU-Politikerin wurde von den Angreifern erfolgreich kompromittiert, wie mehrere Quellen dem „Spiegel“ bestätigen. Internationale Nachrichtendienste machen Russland für die seit Monaten andauernde Angriffswelle verantwortlich.

Der Vorgang ist hochbrisant und löst bei deutschen Sicherheitsbehörden Alarmstimmung aus. Klöckner bekleidet nicht nur das zweithöchste Staatsamt, sie ist auch Teil des CDU-Präsidiums. Dessen Mitglieder kommunizieren offenbar ebenfalls via Signal-Gruppenchat. Ein Mitglied des Chats ist Bundeskanzler Friedrich Merz.

Nach Informationen des „Spiegels“ haben Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz den Kanzler in der Sache bereits persönlich aufgesucht und über den Vorgang unterrichtet. Eine Untersuchung seines Smartphones habe anders als bei Bundestagspräsidentin Klöckner offenbar keine Auffälligkeiten ergeben.

„Zahlreiche hochrangige Betroffene“

Klöckner sei für den „Spiegel“ nicht zu erreichen gewesen. Eine CDU-Sprecherin bestätigte auf Anfrage, dass eine Chatgruppe mit Präsidiumsmitgliedern der Partei betroffen gewesen sei. Ein Regierungssprecher bestätigte nur die bereits öffentlich gewordenen Warnungen der Behörden vor der laufenden Kampagne. Zu möglichen Betroffenen und sicherheitsrelevanten Vorgängen mache er grundsätzlich keine Angaben. Auch das BfV wollte sich nicht zu dem Sachverhalt äußern, hieß es im Bericht.

Erst am Dienstag hatte das BfV die Fraktionsspitzen der im Bundestag vertretenen Parteien und die Partei-Geschäftsstellen erneut eindringlich vor der andauernden Kampagne gewarnt. Laut Sicherheitskreisen sind mittlerweile mindestens 300 Betroffene in Deutschland bekannt.

„Es ist davon auszugehen, dass so zahlreiche Signal-Gruppen im parlamentarischen Raum derzeit von den Angreifern nahezu unbemerkt ausgelesen werden“, hieß es in der 20-seitigen Warnung, die dem „Spiegel“ vorliegt. „Dem BfV sind bereits zahlreiche hochrangige Betroffene bekannt geworden“, heißt es darin weiter. Angesichts der Art der Angriffe sei „jedoch von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen“.

Quelle: ntv.de, rog

Source: n-tv.de