Rheinmetall startet in Hamburg die Serienfertigung unbemannter Marineboote

Zum 1. März hat Rheinmetall von der Bremer Lürssen-Gruppe vier Marinewerften in Hamburg, Wolgast und Wilhelmshaven übernommen. Nun startet die neue Rheinmetall-Division Naval Systems auf der Werft Blohm+Voss in Hamburg die Serienfertigung des ferngesteuerten Schnellbootes Kraken K3 Scout, teilte Rheinmetall am Montag mit. Träger dieser Produktion ist das Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall Kraken GmbH, das bereits im vergangenen Jahr gegründet worden war, seinerzeit von Naval Vessels Lürssen (NVL) und der britischen der Kraken Technology Group.

„Die Produktion des Kraken K3 Scout ist zunächst auf rund 200 Stück pro Jahr ausgelegt. Je nach Auftragslage können wir die Produktion auf bis zu 1000 Einheiten jährlich hochfahren“, sagt Tim Wagner, Geschäftsführer von Rheinmetall Naval Systems. Mal Crease, CEO der Kraken Technology Group, ergänzt: „Die Gründung der Rheinmetall Kraken GmbH vereint die Größe, Expertise und Reichweite eines führenden Unternehmens aus der Verteidigungsindustrie mit einem agilen und innovativen Unternehmen für maritime Technologie. Dadurch wird sichergestellt, dass die Produktion des Kraken K3 Scout an die exponentiell wachsenden operativen Anforderungen angepasst werden kann.“

Das 8,50 Meter lange, mit seinem Dieselmotor bis zu 55 Knoten (rund 102 Stundenkilometer) schnelle Kraken K3 Scout soll zum Beispiel zur Überwachung von Seegebieten und zum Schutz kritischer Infrastruktur eingesetzt werden. Ein relevantes Einsatzgebiet dafür ist seit dem Beginn des Ukrainekrieges Anfang 2022 die Ostsee. Dort gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Übergriffe gegen Daten- und Stromleitungen, etwa durch Frachtschiffe mit am Meeresboden schleifenden Ankern. Hintergrund dafür ist mutmaßlich die hybride Kriegsführung Russlands gegen die EU und die Nato.

Rheinmetall Kraken bediene „die weltweit gestiegene Nachfrage nach marktverfügbaren unbemannten Plattformen unterschiedlicher Größe“, teilte Rheinmetall mit. Die Werft Blohm+Voss will Rheinmetall „zum national führenden Test- und Technologiezentrum für unbemannte und autonome maritime Systeme“ entwickeln. Weiterhin werden bei Blohm+Voss aber vor allem große bemannte Schiffe endmontiert, ausgestattet und abgeliefert, vor allem Fregatten, Korvetten und Flottendienstboote für die Deutsche Marine.

Olaf Preuß ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG für Hamburg und Norddeutschland. Er berichtet seit vielen Jahren unter anderem auch über die Marinerüstung.

Source: welt.de