„Kriegstaugliche Wehrverwaltung“ – dasjenige steht in Pistorius‘ Entbürokratisierungspaket

Die Bundeswehr soll schlagkräftiger werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius stellt dazu ein umfassendes Konzept vor. Teile davon sind nun bereits öffentlich geworden. Es geht einem Bericht zufolge unter anderem um KI-Hotlines und eine „Kultur der Schwarmintelligenz“.

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Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) stellt am Mittwoch ein umfassendes Konzept für die militärische Verteidigung und die künftigen Anforderungen an die Bundeswehr vor.

Das Verteidigungsministerium bezeichnete dies als eine Gesamtkonzeption, die aus einer erstmals verfassten Militärstrategie für Deutschland sowie einem sogenannten Fähigkeitsprofil der Bundeswehr bestehe. Dieses legt Aufbau, Struktur und Umfang der Streitkräfte für die Zukunft fest.

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Der „Bild“-Zeitung liegt ein Entbürokratisierungs- und Modernisierungspaket vor, das mit 153 Maßnahmen Teil der Strategie werden soll. Dem Bericht zufolge stehen unter anderem folgende Punkte darin, die eine „kriegstaugliche Wehrverwaltung“ sicherstellen sollen:

  • Die Abschaffung unnötiger Bürokratie soll zur Pflicht werden
  • Unnötige Befehle und Weisungen, deren Inhalt wegen bestehender, allgemeiner Regelungen ohnehin verpflichtend ist, sollen aufgehoben werden
  • Es soll „gekennzeichnet“ werden, welche Vorschriften im Verteidigungsfall nicht mehr gelten
  • Es soll elektronische Dienstzeiterfassung und automatischen Resturlaub-Hinweis geben, außerdem KI-Unterstützung bei Vorlagen und E-Mails
  • „Fahrauftragsverwaltung inkl. Dienstfahrzeugbuchung“ soll künftig digital erledigt werden können
  • Die „Heilfürsorge“ von Soldaten soll digitalisiert werden, also etwa elektronische Überweisungen und Befunde, außerdem sollen Termine beim Truppenarzt digital gebucht werden können
  • Auch das Truppenradio „Andernach“ soll modernisiert werden, unter anderem durch eine App und neuen Programm, um „zur Kriegstüchtigkeit beizutragen“
  • Unter anderem, um den Frauenanteil zu erhöhen, sollen „Führungsmodelle in Teilzeit“ ausgebaut werden
  • Es soll „moderne Arbeitsbereiche“ mit Sitzecken für den kreativen Austausch geben, außerdem Ideenwerkstätten zur „Erarbeitung kreativer Lösungen“ mit einer neu etablierten „Kultur der Schwarmintelligenz“
  • Auch Truppenküchen sollen für ein „angenehmes Ambiente mit Begegnungszonen“ modernisiert werden
  • Soldaten soll eine KI-Hotline für „psychologische Krisenintervention“ bereitgestellt werden
  • Es soll eine „One-BW-App“ geben, die viele digitale Vorgänge bündelt

Pistorius und Generalinspekteur Carsten Breuer informieren am Mittwoch zudem über den Aufwuchs der aktiven Truppe, die Strategie der Reserve sowie eine Modernisierungs- und Entbürokratisierungsagenda.

Wegen der veränderten Sicherheitslage und um die neuen Nato-Ziele zu erreichen, soll die Bundeswehr künftig auf 460.000 Soldaten anwachsen, darunter 260.000 Männer und Frauen in der aktiven Truppe. Das sind deutlich mehr als die aktuell 185.400 Soldaten in der stehenden Truppe. Die Reserve soll künftig aus 200.000 Soldaten bestehen. Zu Jahresbeginn startete dazu der neue Wehrdienst.

säd mit dpa

Source: welt.de