IWF-Prognose: Iran-Krieg dämpft die Weltwirtschaft

Das Logo des IWF ist an einer Hauswand zu sehen.

Stand: 14.04.2026 • 20:31 Uhr

Schwächeres Wachstum, höhere Inflation: Wegen des Iran-Kriegs rechnet der Internationale Währungsfonds für das laufende Jahr mit einem globalen Konjunkturdämpfer. Besonders betroffen ist Europa.

Der Internationale Weltwirtschaftsfonds (IWF) hat die Wachstumserwartungen gesenkt. Im vergangenen Jahr sorgten die angedrohten Zölle von US-Präsident Donald Trump für einen Dämpfer. Die fielen nachher niedriger aus, als erwartet – was die Lage wieder entspannt hat.

In diesem Jahr dämpft der Krieg im Nahen Osten die Erwartungen. Die blockierte Straße von Hormus lässt die Energiepreise steigen. Das setzt die globale Konjunktur unter Druck, sagt IWF-Chefökonom Pierre Olivier Gourinchas. „Die Öl und Gaspreise sind stark gestiegen. Höhere Rohstoffpreise lassen Preise und Kosten steigen, stören Lieferketten und schmälern die Kaufkraft“, so Gourinchas.

Die Blockade der Straße von Hormus treibt die Energiepreise.

Europa trifft es besonders hart

Der IWF hat deshalb seine Wachstumserwartungen gesenkt: auf rund drei Prozent. Ohne den Krieg im Nahen Osten wäre das Wachstum sogar leicht nach oben korrigiert worden, erklärt der Chefökonom. Aber nicht alle Regionen seien hier in gleichem Maße betroffen.

Besonders hart trifft der Energieschock Europa – und hier vor allem Länder wie Deutschland, heißt es im IWF-Ausblick. Die Begründung: Die Wirtschaft ist hier energieintensiv, viele Rohstoffe müssen importiert werden. Steigende Öl- und Gaspreise schlagen direkt auf Kosten, Preise und Wettbewerbsfähigkeit durch.

USA sind weniger von Energieimporten abhängig

Anders ist die Lage in den USA, erklärt Gourinchas. „Die Inflation liegt in einigen Ländern weiterhin über dem Zielwert – besonders in den Vereinigten Staaten.“

Dabei wird die Inflation in den USA vor allem durch eine robuste Nachfrage getrieben. Denn wegen der Konsumlaune der Verbraucher können die Unternehmen höhere Preise durchsetzen. Auch Mieten und Gesundheitskosten steigen stark – genauso die Löhne, so der IWF-Report.

Energiepreise spielten eine geringere Rolle als in Europa, schlicht weil die USA weniger von Energieimporten abhängig sind. Dazu stütze der KI-Boom das Wachstum. Ganz anders ist die Lage in Europa. Hier erschweren knappe Staatsfinanzen die Lage noch zusätzlich. Der IWF warnt deshalb davor, auf den Energiepreisschock mit teuren Subventionen zu reagieren.

IWF rät zu gezielten Entlastungen

„Preisobergrenzen und Subventionen sind zwar beliebt – aber oft schlecht konzipiert, schwer wieder zurückzunehmen und äußerst kostspielig. Die meisten Länder können sich diesen Luxus nicht mehr leisten“, erklärt Gourinchas.

Statt zu breit angelegten Entlastungen rät der IWF zu gezielten Hilfen für die besonders Betroffenen. Gleichzeitig sollten die Staaten ihre Haushalte möglichst schnell wieder stabilisieren. Und: Auch wenn die Inflation aktuell über dem angestrebten zwei-Prozent-Ziel liegt, sollten die Notenbanken nicht sofort die Zinsen erhöhen. Denn das würde die Ursache – die hohen Energiepreise – nicht beheben, aber die Wirtschaft zusätzlich bremsen.

Wie schwer der Schock durch den Iran-Krieg ausfällt, hängt laut IWF-Prognose vor allem von der Dauer ab. Dauert er noch lange, bleiben Energiepreise und Inflation hoch – mit besonders schweren Folgen für Europa und Deutschland.

Source: tagesschau.de