Freie Demokratische Partei: Und keiner weint
Am 12. Dezember 1948 wurde
die FDP gegründet. Fast 80 Jahre prägte sie die Republik mit. Und am 22. März,
bei einer Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, ist die Partei untergegangen, nein,
nicht untergegangen, sondern verpufft. Nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag vor gut
einem Jahr, nach dem Scheitern in ihrem Stammland Baden-Württemberg vor zwei
Wochen nun also der Doppelrauswurf aus Regierung und Parlament in Mainz.
Man kann das schlimm finden
oder verdient. In jedem Fall ist dieser Abschied unheimlich. Unheimlich still,
unheimlich selbstverständlich, unheimlich gefühllos. Dass sich nicht mal die
langjährigen, erbitterten – meist grünen oder roten – Gegner der FDP richtig
freuen, das ist für sich schon bemerkenswert. Aber auch jene, die vor Kurzem noch ihre geballte publizistische Macht für eine möglichst starke FDP
eingesetzt haben, vergießen keine Träne.