Chiphersteller: Ein dicker Teppich Ernüchterung zu Gunsten von TSMC

Anleger an der Börse haben sich von den jüngsten Geschäftsaussichten von TSMC etwas enttäuscht gezeigt. Die Aktie des taiwanischen Chipherstellers verlor am Donnerstag mehr als drei Prozent im Kurs. Das Papier notierte auf dem Frankfurter Parkett zeitweise mit 308 Euro. Das ist immer noch 20 Prozent mehr als vor sechs Monaten und gut doppelt so viel wie vor einem Jahr. TSMC ist Chiplieferant von Unternehmen wie Apple, Nvidia und Meta. Darüber hinaus liefert er jene elektronischen Bausteine, mit denen unter anderem Systeme der Künstlichen Intelligenz (KI) entwickelt werden.
Nach der Vorlage der jüngsten Quartalsergebnisse hob der Vorstand die Aussichten für das Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr noch einmal um 30 Prozent an. Das werde sich nicht nur auf die Gewinnrechnung niederschlagen, sondern auch auf die Investitionen, hieß es. So werden die Taiwaner in diesem Jahr umgerechnet 56 Milliarden Dollar in neue Maschinen, Anlagen und Fabriken stecken. Das entspricht in etwa der Gewinnausschüttung aller im deutschen Leitindex Dax gelisteten 40 Unternehmen.
Angesichts der geopolitischen Krisen, der Kriege im Osten Europas und in der arabischen Welt sind Anleger und Analysten mit Blick auf die riesigen Ausgaben- und Investitionsprogramme in den Branchen der Hochtechnologie allerdings sehr vorsichtig geworden. Bringt doch vor allem die Blockade der Seewege im Mittleren Osten starke Spannungen in den Lieferketten nicht nur von Öl und Gas mit sich, sondern auch wichtiger Chemikalien, die für die Halbleiterindustrie unentbehrlich sind.
Dessen unbenommen sieht das TSMC-Management das Unternehmen auf Wachstumspfaden wandeln. In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres erlöste TSMC 1134 Milliarden taiwanische Dollar (umgerechnet rund 30 Milliarden Euro). Der Betriebsgewinn wurde mit 658, der Nettogewinn mit 572 Milliarden taiwanische Dollar (15 Milliarden Euro) ausgewiesen. Vor einem Jahr standen hier noch umgerechnet 9,7 Milliarden Euro. Allerdings werden die deutlich gestiegenen Preise für Energie und Chemikalien auf den künftigen Gewinnen lasten.
TSMC sollte aufgrund seiner monopolgleichen Stellung im Markt in der Lage sein, höhere Preise auf die Kunden überzuwälzen. Die Taiwaner sind momentan die Einzigen, die Hochleistungs-KI-Prozessoren der neuesten Generation in Masse herstellen können.