Aus im Viertelfinale – Barcelonas Star spricht von „Raub“
Nach dem nächsten verpassten Titel macht sich bei einigen im Tross der FC Barcelona Frust breit. Die deutlichsten Worte im Anschluss an das Aus in der Fußball-Königsklasse findet der Brasilianer Raphinha.
Der Mann, der beide Duelle mit Madrid nur aus einer Zuschauerperspektive verfolgen konnte, fand hinterher die deutlichsten Worte. „Für mich war das ein geraubtes Spiel“, sagte Raphinha nach dem Abpfiff. „Der Schiedsrichter war sehr schlecht. Die Entscheidungen, die getroffen wurden, sind unglaublich. Der Schiedsrichter hat Atlético bei all den Fouls nicht eine Gelbe Karte gezeigt. Ich will ihre Angst davor, dass Barcelona gewinnt, wirklich mal verstehen.“
Seit Ende März ist der Starstürmer in Diensten des FC Barcelona wegen einer Muskelverletzung im rechten Oberschenkel zur Tatenlosigkeit verdammt. Dass sein Verein nun ohne sein Mitwirken im Kräftemessen mit Atlético Madrid im Viertelfinale der Champions League gescheitert war, frustrierte ihn offensichtlich nachhaltig. Denn andere in seinem Team fanden nach dem 2:1 im Rückspiel und dem 0:2 im Hinspiel durchaus realistischere Einschätzungen.
„Wir hätten es uns verdient gehabt, in die nächste Runde zu kommen. Aber wegen eigener Fehler kommen wir nicht weiter. Ich finde, wir haben uns selbst rausgeworfen – wieder einmal. Wir haben in beiden Spielen sehr gravierende Fehler begangen, die dich in solchen Runden killen“, meinte etwa Mittelfeldstar Gavi. Barcelona sei „natürlich besser als Atlético, das hat man heute im Spiel gesehen. Wir waren viel besser, auch mit einem Mann weniger im Hinspiel. Auch heute. Aber das ist am Ende der Fußball. Es gewinnt derjenige, der mehr Tore erzielt. Es gibt keine Ausreden.“
Trainer Flick bemängelt Chancenverwertung
Auch der deutsche Boss im Ensemble der Katalanen wollte sich diesmal nicht auf Raub oder seltsame Schiedsrichterentscheidungen gegen sein Team einlassen. „Natürlich sind wir enttäuscht. Die Champions League zu gewinnen, ist ein Traum“, sagte Trainer Hansi Flick. „Das nächste Ziel ist der Gewinn der Liga, und wir sind auf dem besten Weg dahin.“
Nach dem Hinspiel hatte auch er noch laut auf das Schiedsrichter-Team geschimpft, insbesondere auf den deutschen Video-Referee Christian Dingert („Es war ein Deutscher, danke Deutschland!“), das verkniff sich Flick diesmal. Auf die Unparteiischen angesprochen, sagte er zu den Journalisten: „Ich will nicht darüber reden, weil ich das nicht ändern kann. Es ist vielleicht gut für euch, wenn ich darüber rede, aber ich will es nicht. Ich will darüber reden, was die Spieler leisten. Jeder kann stolz sein.“
In der Liga hat Barça bei noch sieben ausstehenden Spielen neun Punkte Vorsprung vor Real Madrid. Im Pokal war der Verein bereits an Atlético gescheitert, den Supercup hatte man Anfang Januar gegen Real gewonnen. Ein 2:1 bei Atlético Madrid im Rückspiel am Dienstagabend hatte das 0:2 aus dem ersten Duell aber nicht drehen können.
Nach Toren von Lamine Yamal und Ferran Torres hatte Barcelona nach 24 Minuten das Ergebnis aus dem Hinspiel egalisiert, doch Atlético gelang durch den Ex-Leipziger Ademola Lookman wenig später der Anschlusstreffer. „Wir hatten die Chance, auf 3:0 zu erhöhen, und haben dann doch noch dieses Tor kassiert. Wir hatten viele Chancen, konnten sie aber nicht verwerten“, bemängelte Flick, der in der vergangenen Saison mit Barcelona das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Supercup gewonnen hatte.
jb
Source: welt.de