US-Militär denn „Palastwache“ – Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ bricht Einsatzrekord

Am 28. Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nahmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockierten weitgehend die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft. Nach der Einigung auf eine Waffenruhe scheiterten am Wochenende die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:

07:50 Uhr – China nennt Öffnung der Straße von Hormus internationale Forderung

Der chinesische Außenminister Wang Yi bezeichnet die Wiedereröffnung der Straße von Hormus als eine internationale Forderung. Wang sagte seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi in einem Telefonat, der Iran sei ein Anrainerstaat der Straße von Hormus, dessen Souveränität, Sicherheit und legitime Rechte respektiert werden müssten. Gleichzeitig müsse aber die Freiheit der Schifffahrt und die Sicherheit in der Straße gewährleistet werden.

Die internationale Gemeinschaft sei sich einig in ihrer Forderung, die normale Durchfahrt durch die Meerenge wiederaufzunehmen, wurde Wang in einer Mitteilung der Regierung zitiert. Die aktuelle Situation habe einen kritischen Wendepunkt zwischen Krieg und Frieden erreicht, aber auch ein Zeitfenster für den Frieden geöffnet.

07:09 Uhr – US-Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ stellt Einsatzrekord auf

Der US-Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ hat einen Rekord für den längsten Einsatz seit dem Vietnamkrieg gebrochen. Die Mission des größten Flugzeugträgers der Welt dauert bereits fast zehn Monate an. Sie umfasste sowohl die Beteiligung an einer Militäroperation zur Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro als auch am Iran-Krieg. Der 295. Tag auf See übertraf am Mittwoch den bisherigen Rekord eines modernen Flugzeugträger-Einsatzes von 294 Tagen. Dieser war 2020 während der Pandemie von der „USS Abraham Lincoln“ aufgestellt worden, wie aus einer Publikation des U.S. Naval Institute hervorgeht.

Der Einsatz wirft Fragen über die Belastung der Besatzung durch die lange Abwesenheit sowie über die zusätzliche Beanspruchung von Schiff und Ausrüstung auf. An Bord der „USS Ford“ war es zuletzt zu einem Brand gekommen, der umfangreiche Reparaturen erforderlich machte.

Der demokratische Senator Tim Kaine erklärte, der Rekordeinsatz habe „erhebliche Auswirkungen“ auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Besatzung. Die Soldaten sollten bei ihren Familien sein und nicht „von einem Präsidenten um die Welt geschickt werden, der sich verhält, als sei das US-Militär seine Palastwache“, sagte er.

Das Pentagon machte keine Angaben dazu, wie lange die „USS Ford“ noch im Einsatz bleiben wird. Die beiden ranghöchsten Marineoffiziere erklärten jedoch öffentlich, dass sie mit einer Gesamtdauer von rund elf Monaten rechnen. Damit würde das Schiff voraussichtlich Ende Mai zurückkehren.

06:17 Uhr – Trump kündigt Gespräche auf höchster Ebene zwischen Israel und dem Libanon an

US-Präsident Donald Trump hat für Donnerstag Gespräche auf höchster Ebene zwischen Israel und dem Libanon angekündigt. Er wolle eine „kleine Atempause zwischen Israel und dem Libanon schaffen“, schrieb Trump am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. Die Anführer beider Länder würden erstmals seit rund 34 Jahren miteinander sprechen, fügte er hinzu, ohne Angaben zu den Teilnehmern zu machen oder weitere Details zu nennen.

Erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten hatten diplomatische Vertreter Israels und des Libanon am Dienstag in Washington direkte Gespräche geführt. Das Treffen endete ohne konkrete Ergebnisse.

Israel und der Libanon unterhalten bisher keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.

05:39 Uhr – Anzeichen für zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran verdichten sich

Nach dem Scheitern einer ersten Runde von Friedensgesprächen verdichten dich die Anzeichen für eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran. „Es gibt diese Diskussionen“, sagte die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, am Mittwoch über die Möglichkeit neuer Gespräche. Die US-Regierung sei guter Dinge, dass es zu einem „Deal“ kommen könne. Der Iran drohte mit einer Ausweitung der Seeblockade auf das Rote Meer, zeigte sich aber zugleich offen für weitere Verhandlungen.

Eine zweite Gesprächsrunde würde „sehr wahrscheinlich“ wieder in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad stattfinden, sagte Leavitt. Pakistan setzte derweil seine Vermittlungsbemühungen fort. Eine vom pakistanischen Armeechef Asim Munir angeführte Delegation wurde am Mittwoch in Teheran vom iranischen Außenminister Abbas Araghtschi empfangen.

Bei dem Treffen sollte laut iranischem Staatsfernsehen eine neue Botschaft der USA überbracht und die Möglichkeit einer zweiten Verhandlungsrunde erörtert werden. Nach Angaben des Sprechers des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghai, wurden bereits in den vergangenen Tagen „via Pakistan mehrere Nachrichten (mit den USA) ausgetauscht“.

04:49 Uhr – Iran-Krieg macht USA fast zum Netto-Exporteur von Rohöl

Die USA ​sind wegen des Iran-Kriegs in der vergangenen Woche erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg beinahe zum Netto-Exporteur von Rohöl geworden. ⁠Die Netto-Importe von Rohöl in die USA sanken auf 66.000 Barrel pro Tag, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Regierungsdaten hervorgeht. Die Nachfrage aus Asien und Europa ist demnach stark gestiegen. Raffinerien dort suchen nach Alternativen für Lieferungen aus dem Nahen Osten, die wegen des Konflikts ausfallen. Die Rohölexporte aus den USA sind auf 5,2 Millionen Barrel pro Tag gestiegen, den höchsten ⁠Wert seit sieben ​Monaten. Davon gingen Daten ‌des Schiff-Tracking-Dienstes Kpler zufolge etwa 2,4 Millionen Barrel pro Tag oder rund 47 Prozent nach Europa. Rund 1,49 Millionen Barrel pro Tag oder etwa 37 Prozent gingen nach Asien, wo der Anteil vor einem Jahr noch bei 30 Prozent gelegen hatte. Zu den wichtigsten Abnehmern zählten Deutschland, die Niederlande, Japan, Frankreich und Südkorea. Analysten und Händlern zufolge nähern sich die USA, der weltgrößte Ölproduzent, jedoch rasch ihrer Exportkapazität. Auf Jahresbasis waren die ‌USA den Daten zufolge zuletzt 1943 ein Netto-Exporteur von Rohöl.

04:14 Uhr – Weltbank-Chefvolkswirt: Iran-Krieg verschärft Hunger-Risiko für Millionen Menschen

Der Chefvolkswirt der Weltbank, Indermit Gill, warnt vor den humanitären Folgen des Iran-Kriegs für Millionen Menschen weltweit. „Es gibt bereits etwa 300 Millionen Menschen, die unter akuter Ernährungsunsicherheit leiden“, sagte Gill am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington. „Diese Zahl wird sehr, sehr schnell um etwa 20 Prozent steigen.“

Die Blockade der Straße von Hormus treibt die Öl-, Gas- und Düngerpreise in die Höhe. Um ihre Kosten zu senken, setzen die Landwirte weniger Düngemittel ein, was zu einem Rückgang der weltweiten Getreideproduktion führt. Dies könnte einige Länder zudem dazu veranlassen, Exportverbote zu verhängen, wodurch die Lebensmittelpreise noch weiter in die Höhe getrieben würden. „Diese Exportverbote bereiten uns große Sorge“, sagte Gill.

Sollte der Krieg nicht bald beendet werden, werde der Hunger „die am stärksten gefährdeten Länder mit voller Wucht treffen“, warnte der Weltbank-Chefvolkswirt. Derzeit sei Asien am stärksten von den ausbleibenden Ölexporten und den wirtschaftlichen Auswirkungen betroffen. Doch je länger die Krise andauere, „desto schneller werden sich diese Schwierigkeiten ausbreiten, zunächst nach Afrika“, sagte Gill.

03:34 Uhr – China drängt Iran zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus

Der chinesische Außenminister Wang Yi hat den ​Iran aufgefordert, die normale Schifffahrt in der Straße von ⁠Hormus wiederherzustellen. Wang habe am Mittwoch mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araqchi telefoniert, teilte das chinesische Außenministerium mit. Zwar müssten die Souveränität und die Sicherheit des ⁠Irans ​in der Meerenge ‌respektiert werden, sagte Wang demnach. Jedoch müsse auch die Freiheit und Sicherheit der Schifffahrt auf dem Wasserweg gewährleistet sein. Zurzeit öffne sich ein kritisches Fenster für den Frieden. China unterstütze die Einhaltung ‌des Waffenstillstands und die ⁠Fortführung ​der Verhandlungen. Dies sei im Interesse des Irans, der ⁠Region und der Welt. China sei bereit, sich weiter für eine Entspannung der Situation ‌und eine Verbesserung ⁠der ‌Beziehungen ​zwischen den ⁠Ländern der ​Region einzusetzen.

00:58 Uhr – Sanktionen gegen Käufer von iranischem Öl: China besonders betroffen

Die USA zeigen sich zuversichtlich, dass China seine Käufe iranischen Öls nach der US-Blockade des Schiffsverkehrs von und zu iranischen Häfen einstellen wird. „Wir haben allen Ländern ⁠gesagt, ​dass wir ‌nun bereit sind, sekundäre Sanktionen zu verhängen, wenn sie iranisches Öl kaufen oder wenn iranisches Geld auf ihren Banken liegt“, sagt US-Finanzminister Scott Bessent vor Reportern im Weißen Haus. „Wir gehen davon aus, dass es ‌durch diese Blockade … eine Pause ⁠bei ​den chinesischen Käufen geben wird.“ Das US-Finanzministerium habe zwei ⁠chinesische Banken direkt angeschrieben. „Wir haben ihnen gesagt, dass wir bereit sind, sekundäre Sanktionen zu verhängen, ‌wenn wir beweisen ⁠können, dass ‌iranisches ​Geld über ⁠ihre Konten ​fließt“, erklärt Bessent. China bezieht mehr als ‌80 ​Prozent des aus dem ‌Iran ‌exportierten Rohöls.

Source: welt.de

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