Fossile Brennstoff-Ära beendenGreenpeace kritisiert Merz‘ Zickzackkurs in der Energiepreiskrise
18.04.2026, 11:57 Uhr
Die Energiepolitik der Bundesregierung stößt weiterhin auf viel Kritik. Auch Greenpeace stört sich an den Entscheidungen aus Berlin und ruft nun zu Straßenprotesten auf. Die Umweltorganisation fordert unter anderem ein Tempolimit.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat sich angesichts der heutigen Demonstrationen unter dem Motto „Erneuerbare Energien verteidigen“ für ein Tempolimit ausgesprochen und Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert. „Die Antwort der Regierung Merz auf die Preiskrise bei fossilen Brennstoffen ist ein Zickzackkurs ohne jeglichen Kompass: Steuersenkungen auf fossilen Sprit, Rückenwind für neue Gasbohrungen, Bremsmanöver beim Ausbau von Wind und Solar“, findet Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand Greenpeace Deutschland.
„Die einfachste, schnellste und kostengünstigste Maßnahme, um der Energiepreis-Krise zu begegnen, lassen Kanzler Merz und die Union allerdings außer Acht. Ein Tempolimit würde Emissionen senken, Sicherheit erhöhen und Kosten für die Verbraucher:innen sofort einsparen“, so Kaiser weiter.
Zehntausende Menschen sollen heute auf die Straße gehen, um für erneuerbare Energien zu demonstrieren. Geplant sind die Demos laut einem Bündnis aus Greenpeace, Campact, Deutsche Umwelthilfe, Germanwatch und Fridays for Future in den vier größten deutschen Städten: Berlin, Hamburg, München und Köln.
Kritik auch an Wirtschaftsministerin
„Beim Petersberger Klimadialog nächste Woche sollte Friedrich Merz spätestens deutlich machen, dass Deutschland seine Sicherheits- und Energiepolitik konsequent an einer sozial gerechten Klimapolitik ausrichtet“, fordert der Greenpeace-Vorstand. „Auf diesen Kurs muss der Bundeskanzler auch die Europäische Union mitnehmen und strategische Partnerschaften rund um den Globus aufbauen.“
Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstützt die Demonstrationen und ruft zur Teilnahme auf. Geschäftsführerin Verena Graichen betont: „Mitten in der Energiekrise bremst Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche den Ausbau der erneuerbaren Energien aus und setzt die Wunschliste der Gaslobby um.“ Einem „Spiegel“-Bericht zufolge hatte Reiches Ministerium den Energiekonzern EnBW um Argumente für den Einsatz von Gaskraftwerken in wind- und sonnenarmen Zeiten gebeten. „Mit den heutigen Demonstrationen in Berlin, München, Köln und Hamburg senden wir ein Stoppsignal“, so Graichen. „Schluss mit dieser rückwärtsgewandten Politik, die Preise treibt, das Klima ruiniert und uns in fossiler Abhängigkeit hält.“
Um zukunftsfähig zu bleiben, müsse man die Ära der fossilen Brennstoffe hinter sich lassen und auf nachhaltige Alternativen setzen. „Wir fordern Tempo beim Ausbau von Wind und Solar, Investitionen in Netze und Speicher und eine sozial gestaltete Wärmewende“, so Graichen. „Wer auf die Straße geht, verteidigt nicht nur das Klima, sondern auch Versorgungssicherheit und bezahlbare Energiepreise für alle.“
Source: n-tv.de