Anthropic-Leaks zeigen: KI-Startup greift eigenen Kunden Lovable an

Screenshots zeigen: Anthropic testet eine eigene Vibe Coding Funktion – und könnte damit dem Geschäftsmodell von Lovable gefährlich werden.

Anthropic-Gründer Dario Amodei.
David Dee Delgado/Getty Images for The New York Times

Lovable, eines der führenden AI-Startups Europas, muss um sein Geschäftsmodell fürchten: Anthropic, die Firma hinter Claude AI, testet offenbar ähnliche Funktionen wie Lovables Kernangebot.

Das Problem: Bisher basierte Lovables Angebot auf Claude, dem KI-Sprachmodell von Anthropic. Nun zeigt sich aber: Anthropic selbst könnte eine sehr ähnliche Funktion in Claude integrieren.

Screenshots legen nahe, dass das neue Feature weit mehr ist als ein Add-on. Es soll zentrale Schritte der Softwareentwicklung abdecken – von Datenbanken über Nutzeranmeldung bis hin zum Deployment. Der Ablauf wäre damit nahezu identisch: Nutzer beschreiben eine Idee und erhalten eine fertige Anwendung. „Vibe Coding“ in Reinform.

Anthropic Leaks.
https://www.reddit.com/r/vibecoding/comments/1sl441c/anthropic_just_stabbed_lovable_in_the_back_with/

Altes Problem – neuer Sektor

Das folgt einer bekannten Dynamik der Tech-Branche: Startups bauen auf Plattformen, die später beginnen, erfolgreiche Features selbst zu integrieren. Was oft als „Copycat-Strategie“ bezeichnet wird, ist in Wahrheit ein Machtspiel um Kontrolle und Distribution.

Für Lovable ist das besonders heikel, weil ein zentraler Teil des Produkts direkt von Claude abhängt. Wird die Funktion dort nativ verfügbar, verliert Lovable nicht nur Differenzierung – sondern potenziell auch seine Existenzgrundlage.

Dass diese Abhängigkeit ein Risiko ist, hatte Elena Verna, Head of Growth bei Lovables, schon Anfang des Jahres gesagt. Im Podcast „20VC“ meinte sie, die größten Sorgen bereiteten ihr nicht kleinere Anbieter aus dem Vibe Coding-Markt, sondern die großen Plattformen wie OpenAI, Anthropic, Google und Apple.

Ihre Begründung: Wenn sich Produkte technisch annähern, wird Distribution —  also die Frage, wer das Produkt schnell und breit zu den Nutzern bringen kann — zum entscheidenden Faktor. Und genau dort hätten die großen Player einen klaren Vorteil. Und das wird wohl genau passieren.

Source: businessinsider.de