Bau von Rechenzentren: Hohe Stromkosten in England schrecken Open AI ab

Der US-Konzern Open AI hat sein Rechenzentrumsprojekt Stargate UK für Künstliche Intelligenz (KI) in Großbritannien vorerst gestoppt. Als Gründe dafür nannte der ChatGPT-Entwickler die hohen Strompreise und die Regulierung. Das britische Stargate-Projekt sollte Teil der globalen Aufbaustrategie für etwa eine halbe Milliarde Dollar sein. In den Rechenzentren werden die KI-Modelle von Open AI trainiert und gehostet. Schwesterprojekte existieren bereits in den USA, Norwegen und in den Emiraten. Für Großbritannien ist die Absage ein Rückschlag, der die Debatte über die hohen Strompreise abermals verschärft.

Stargate UK war von Open AI vor einem halben Jahr zeitgleich mit dem Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in Großbritannien angekündigt worden. Die Pläne sahen vor, schon in diesem Frühjahr bis zu 8000 Nvidia-Chips in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrenbetreiber Nscale an Standorten vor allem in Nordengland anzumieten. Längerfristig sollten bis zu 31.000 Chips, sogenannte „Graphics Processing Units“, für die KI-Strategie in Großbritannien eingesetzt werden.

All das legt Open AI nun auf Eis. Man könne erst fortfahren, wenn die Rahmenbedingungen für Energiekosten und Regulierung stimmten, sagte ein Sprecher. Allerdings hält der Konzern aus Kalifornien an einer erweiterten Londoner Büropräsenz fest.

Industrie beklagt „lähmende Energiekosten“

Das Rechenzentrumsprojekt galt als einer der Hauptpfeiler der britischen Bemühungen zum Aufbau des KI-Sektors. Der Nvidia-Chef Jensen Huang sagte im vergangenen Herbst, Großbritannien werde eine „KI-Supermacht“. Nach der Absage durch Open AI kritisierten britische Industrievertreter die Regierung und die Standortbedingungen. Sam Richards, Geschäftsführer der Initiative Britain Remade, schrieb in der „Times“, es sei kein Wunder, dass Open AI die Pläne angesichts der „lähmenden Energiekosten“ anhalte.

In Großbritannien bezahle man den höchsten industriellen Strompreis aller entwickelten Länder, schon vor dem Energiepreisschock durch den Irankrieg. Britische Unternehmen mussten schon 2024 für eine Megawattstunde Strom 168 Pfund (etwa 193 Euro) zahlen, doppelt so viel wie in Frankreich und mehr als viermal so viel wie in Texas. Was Richards nicht erwähnte: In Deutschland kostet der Strom fast ebenso viel wie in Großbritannien; energieintensive Unternehmen bekommen seit diesem Jahr einen subventionierten Industriestrompreis.

Aufgrund der hohen Strompreise stehen energieintensive Branchen wie Chemie-, Kunststoff- und Stahlunternehmen in England sehr unter Druck. Der Anteil der Industrie habe sich in den vergangenen 25 Jahren annähernd halbiert, beklagen Wirtschaftsvertreter. Neue Kernkraftwerke wie Hinkley Point C zu bauen, sei aufgrund überbordender bürokratischer Vorschriften und Regulierung viel zu teuer geworden, kritisierte Richards von der Initiative Britain Remade. Dass die Regierung vorrangig auf Windkraft- und Solarausbau setze, werde nicht helfen, weil auch diese immer teurer würden. Nötig sei ein Abbau von überbordenden Bauvorschriften, sodass neue Kraftwerke schneller und billiger gebaut werden könnten. Subventionen für energieintensive Industrien seien nur ein Pflaster auf Zeit.

Die Labour-Regierung hat vergangenes Jahr Pläne für günstigere Strompreise für etwa 7000 Unternehmen aus energieintensiven Branchen veröffentlicht. Damit sollten ihre Stromkosten um bis zu einem Viertel reduziert werden, indem sie unter anderem von verschiedenen Ökostromumlagen befreit werden, kündigte Wirtschaftsminister Peter Kyle an. Allerdings werde das Programm für niedrigere Stromkosten laut der Ankündigung erst im April 2027 starten.

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