2000 Besuche in 3 Monaten: Bundeswehr mit neuer Rekrutierungsstrategie an Schulen?

2000 Besuche in 3 MonatenBundeswehr mit neuer Rekrutierungsstrategie an Schulen?

21.04.2026, 01:34 Uhr

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Die Bundeswehr will sich an Schulen interessant machen. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Die Bundeswehr zeigt sich im ersten Quartal besonders aktiv an Schulen. Jugendoffiziere und Karriereberater wollen dort Aufklärungsarbeit leisten. Vor allem in einem Bundesland ist die Truppe besonders präsent.

Die Bundeswehr hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres bundesweit mehr als 2000 Mal Schulen besucht. Das geht aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, über die die „Rheinische Post“ berichtet.

Die mit Abstand meisten Schulbesuche gab es demnach in Bayern, wo die Bundeswehr 562 Auftritte absolvierte. Das waren rund halb so viele wie im gesamten Jahr 2025, als die Bundeswehr etwas mehr als 1100 Auftritte im Freistaat zählte.

Ebenfalls vergleichsweise häufig kam die Bundeswehr in Schulen im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo 291 Termine stattfanden. Niedersachsen (269) und Baden-Württemberg (219) folgen auf den Plätzen drei und vier. Bundesweit gab es zudem 20 Auftritte an Hochschulen.

Für die Besuche an Schulen gibt es bei der Bundeswehr Jugendoffiziere. Das sind speziell ausgebildete Soldatinnen und Soldaten, die von Schulen eingeladen werden können, um dort etwa Vorträge über Sicherheitspolitik zu halten oder den Auftrag der Bundeswehr zu erläutern.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Nicole Gohlke, kritisierte die Präsenz der Bundeswehr in Schulen. „Aller Beteuerungen des Verteidigungsministeriums zum Trotz wird durch die Zahlen deutlich, dass eine Rekrutierungsabsicht nicht wegzureden ist“, sagte die Abgeordnete der „Rheinischen Post“. „Uniformierte Jugendoffiziere an Schulen sowie Karriereberater sind strategisches Mittel, um Minderjährige an das Militär zu gewöhnen.“

Vor dem Hintergrund der Bedrohung durch Russland sehen neue Nato-Vorgaben vor, dass Deutschland für den Konfliktfall 460.000 Soldatinnen und Soldaten bereithält. Derzeit gibt es nur knapp 183.000 Soldatinnen und Soldaten. Hinzu kamen 2024 gut 49.000 aktive Reservisten. Zur Erfüllung der Nato-Vorgaben strebt Pistorius nun mindestens 260.000 Soldatinnen und Soldaten sowie 200.000 einsatzbereite Reservisten an.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

Source: n-tv.de