Wal-Rettung in dieser Ostsee: Die absurde Timmy-Verschwörung

Selbst nachts will Till Backhaus nah beim Wal sein. Also wachte der Umweltminister am Montagabend an Bord der Steinbutt, einem Aufsichtsschiff des Landes Mecklenburg-Vorpommern, bis etwa 1 Uhr bei dem Tier vor der Insel Poel. Im kalten Wind hielt er sich ein Nachtsichtgerät vor die Augen, horchte hinüber.

»Er war kurzatmig«, seine Situation sei »kritisch«, so sagt es Backhaus am Dienstag im Hafen von Kirchdorf auf Poel. Er klingt, als leide da ein Verwandter.

Seit 23 Tagen liegt der Wal vor der Insel im Schlick. Seit sechs Tagen
nun versucht eine neue, private Initiative, das verirrte und schwer
erkrankte Tier lebendig zu bergen
, obwohl alle Fachleute und Backhaus das zuvor für aussichtslos erklärt hatten. Sie wollen den Wal mit Luftkissen anheben, ein Netz unter ihm aufspannen, ihn in eine Ponton-Konstruktion einhängen – um ihn erst 400 Kilometer weit in die Nordsee zu ziehen und noch weiter in den Atlantik.