Irankrieg: Reiche: Versorgung mit Kerosin derzeitig gesichert – Lage im Unterschied dazu überdreht
Die Bundesregierung sieht trotz angespannter Lage keine Kerosin-Engpässe. Eigene Raffinerien und EU-Absprachen sollen die Versorgung stabil halten.
Nach einem Branchentreffen hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bekräftigt, dass die Versorgung mit Kerosin in Deutschland aktuell gesichert sei. Versorgungsengpässe bestünden nicht. Gleichzeitig gelte: Der Markt sei angespannt – das zeige sich auch am Preisniveau.
„Wir beobachten die Entwicklung engmaschig und behalten neben Treibstoffpreisen auch die Versorgungsstrukturen und die verfügbaren Raffineriekapazitäten im Blick“, sagte die CDU-Politikerin. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hatte gemeinsam mit dem Verkehrsministerium die Luftfahrtbranche, Raffineriebetreiber und andere Stakeholder zu einem virtuellen Treffen eingeladen.
Reiche kündigt Treffen an, sollte Kerosin knapp werden
„Das heutige Treffen hat bestätigt: Wir haben mit unserer diversifizierten Raffineriestruktur einen großen Vorteil gegenüber anderen Ländern, die Kerosin ausschließlich über Importe beziehen“, so Reiche. Die Herausforderungen durch den Iran-Krieg hätten einmal mehr gezeigt, wie wichtig es sei, über eigene Produktionskapazitäten zu verfügen.
Reiche dankte allen Teilnehmern für den „vertrauensvollen Austausch“. Die Ministerin ergänzte: „Sollte sich die Versorgungslage bei Kerosin aufgrund anhaltender Spannungen in der Golfregion verschärfen, werden wir in der Runde gegebenenfalls über erforderliche Maßnahmen beraten.“
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), der ebenfalls an dem Treffen teilnahm, sagte, man nehme die Herausforderungen sehr ernst. „Unser Ziel ist klar: Der Flugbetrieb muss auch weiterhin stabil laufen. Sowohl Unternehmen als auch die Menschen sind auf verlässliche Lieferketten und internationale Konnektivität angewiesen.“
Etwaige Engpässe bei Treibstoffen müssten deshalb frühzeitig erkannt werden, um passgenaue Maßnahmen ergreifen zu können, so Schnieder. „Neben nationalen Anstrengungen werden wir diese Herausforderung und mögliche Lösungsoptionen insbesondere auch auf EU-Ebene erörtern.“
DPA
nik
Source: stern.de