US-Marine entert iranisches Frachtschiff – Iran droht mit Vergeltung
Die US-Navy hat einen iranischen Frachter im Golf von Oman geentert. Irans Militär wirft den USA „bewaffnete Seepiraterie“ vor – und kündigt an, bald zurückzuschlagen. Für die Ölpreise heißt das nichts Gutes. Mehr im Liveticker.
Am 28. Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Mittlerweile gilt eine Waffenruhe. Die Blockade der Straße von Hormus wurde wieder aufgenommen.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
03:32 Uhr – Goldpreis gibt nach
Der Goldpreis ist um mehr als ein Prozent gefallen, belastet durch einen festeren Dollar und die Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Eine Feinunze verbilligte sich auf 4762,09 Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem 13. April. Der stärkere Dollar macht das Edelmetall für Anleger außerhalb des Dollar-Raums teurer. Hintergrund der Nervosität ist die Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiffs durch die USA, woraufhin Teheran mit Vergeltung drohte und eine neue Verhandlungsrunde ablehnte. Die Spannungen trieben die Ölpreise an und ließen Inflationssorgen wieder aufleben.
01:37 Uhr – Iran kündigt schnelle Reaktion auf US-Beschlagnahmung von Frachter an
Irans Militär hat den USA nach dem Angriff auf ein iranisches Frachtschiff im Arabischen Meer „bewaffnete Seepiraterie“ vorgeworfen. Man werde „bald reagieren“, zitierte der regierungstreue Sender Press TV das iranische Hauptquartier Khatam al-Anbiya. Die US-Marine hatte den iranischen Frachter zuvor angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht. Wie das US-Regionalkommando Centcom mitteilte, war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas in der Straße von Hormus.
00:21 Uhr – Ölpreise ziehen kräftig an
Die erneute Schließung der Straße von Hormus treibt die Ölpreise um mehr als sieben Prozent in die Höhe. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 7,26 Prozent auf 96,94 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI steigt um 7,24 Prozent auf 89,92 Dollar. Die USA und der Iran werfen sich gegenseitig vor, durch Angriffe auf Schiffe gegen eine Waffenruhe verstoßen zu haben. Am Freitag waren die Ölpreise noch um mehr als neun Prozent gefallen.
00:13 Uhr – Iran wirft USA Bruch der Feuerpause vor
Der Iran wirft den USA die Verletzung der Waffenruhe durch den Beschuss eines iranischen Handelsschiffes im Golf von Oman vor. Das oberste gemeinsame Militärkommando kündigt Vergeltung für die „Piraterie“ an, wie staatliche Medien berichten. Das Schiff sei auf dem Weg von China in den Iran gewesen. Nach dem US-Angriff hätten iranische Streitkräfte einige amerikanische Kriegsschiffe mit Drohnen attackiert.
Sonntag, 19. April
23:03 Uhr – Peseschkian beklagt US-Schikane in Pakistan
Irans Präsident Massud Peseschkian beklagte in einem Telefonat mit Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif provokante Handlungen der USA. Während bisheriger Verhandlungen und der aktuellen Waffenruhe habe Washington sein Land schikaniert und sich unangemessen verhalten, sagte Peseschkian nach einem Bericht der mit der iranischen Justiz verbundenen Nachrichtenagentur Misan in dem Gespräch. Die Aktionen hätten das Misstrauen der iranischen Verantwortlichen vertieft.
22:39 Uhr – Iran sagt neue Friedensgespräche mit den USA ab
Der Iran hat eine geplante neue Runde von Friedensgesprächen mit den USA abgesagt. Dies meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna, wenige Stunden nachdem US-Präsident Donald Trump die Entsendung von Unterhändlern nach Pakistan angekündigt hatte. „Der Iran begründete sein Fernbleiben von der zweiten Gesprächsrunde mit den überzogenen Forderungen Washingtons, unrealistischen Erwartungen, ständigen Kurswechseln, widersprüchlichen Aussagen und der anhaltenden Seeblockade, die er als Bruch des Waffenstillstands betrachtet“, meldete IRNA.
21:31 Uhr – USA beschlagnahmen laut Trump Frachter unter iranischer Flagge im Golf von Oman
Die USA haben in der Nähe der Straße von Hormus ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff beschlagnahmt. Das erklärte Donald Trump auf seiner Plattform „Truth Social“. Das Schiff „Touska“ habe versucht, die US-Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen. „Es ist nicht gut ausgegangen für sie“, schreib Trump. Der US-Zerstörer USS Spruance habe das Schiff im Golf von Oman abgefangen. Weil die Besatzung nicht gestoppt habe, habe die Navy „ein Loch in den Maschinenraum“ gesprengt und das Schiff geentert. Die „Touska“ unterliege Sanktionen des US-Finanzministeriums.
20:47 Uhr – Lula prangert „Wahnsinn“ des Iran-Krieges an
Bei der Eröffnung der Hannover-Messe hat Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als „Wahnsinn“ angeprangert. In seiner Eröffnungsrede äußerte Lula scharfe Kritik an den weltweiten Rüstungsausgaben. Es sei im 21. Jahrhundert nicht hinnehmbar, so der 80-jährige, dass Hunger, Analphabetismus und fehlender Zugang zu Elektrizität für Milliarden Menschen weiter ungelöst blieben, während zugleich 2,7 Billionen US-Dollar für Kriege ausgegeben würden.
19:49 Uhr – „Wall Street Journal“: Berater schlossen Trump von Krisensitzung aus
Bei der Rettungsmission zweier US-Soldaten im Iran ist Donald Trump laut einem Medienbericht von seinen eigenen Beratern bewusst nicht vollständig eingeweiht worden. Seine Mitarbeiter hätten den Republikaner von einer entsprechenden Krisensitzung ferngehalten, weil seine Ungeduld nicht hilfreich gewesen sei, berichtete das „Wall Street Journal“.
Der Präsident habe „stundenlang“ seine Berater angeschrien, als er vom Abschuss des US-Kampfjets erfahren habe, heißt es in dem Artikel. Grund ist, die Erinnerung an die Geiselkrise von 1979. Damals hielten Iraner 52 Diplomaten der USA 444 Tage als Geiseln, um die Auslieferung des abgesetzten und geflüchteten Schah zu erzwingen. US-Präsident Jimmy Carter verlor auch wegen dieser Geiselnahme die Wahl 1980.
Anfang April war ein US-Kampfjet abgeschossen worden. Der Pilot der F-15E war vergleichsweise schnell danach gerettet worden. Das zweite Besatzungsmitglied war anschließend laut Trump in einer „der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des Militärs in der Geschichte der USA“ gerettet worden.
19:12 Uhr – Deutsche Marine bereitet Einsatz in Straße von Hormus vor
Die Deutsche Marine bereitet sich bereits konkret auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus vor. „Wir planen das. Wir spielen das durch – auch mit Blick auf mögliche Partner und wie kann sich eine solche Operation zusammensetzen“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Er würde seinen Job als Verteidigungsminister nicht richtig machen, wenn man nicht längst konkret in diese Planungen eingestiegen wäre.
Man befinde sich aber noch im Planungsstadium, betonte der SPD-Politiker. Voraussetzung für einen solchen Einsatz wäre auch zunächst ein anhaltender Waffenstillstand in der Region, ein völkerrechtliches Dach und ein Mandat des Deutschen Bundestags. „Da sind wir ja noch lange nicht.“
Pistorius wies auf die Kompetenzen der Deutschen Marine beim Minenräumen hin. „Wir sind innerhalb der Nato mit unseren Minenräumfähigkeiten traditionell Führungs- und Anlehnungsnation für andere und müssen und werden deshalb natürlich eine Rolle spielen, wenn die übrigen Bedingungen erfüllt sind.“
AP/AFP/Reuters/dpa/ceb/krö/doli/sebe/jmr
Source: welt.de