Steinmeier ruft in Wal-Debatte zur Mäßigung hinaus – Privater Rettungsversuch darf starten

Nun soll der vor Wismar gestrandete Buckelwal doch noch ins offene Meer gebracht werden: Eine Gruppe von Investoren will das schwer kranke Tier per Luftkissen transportieren. Den Bundespräsidenten sorgen Anfeindungen gegen Meerexperten.

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Der Druck war groß, nun gibt Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister grünes Licht für einen erneuten Rettungsversuch des bei Wismar gestrandeten Buckelwals. Das Konzept sei von einer privaten Initiative, es sehe eine Bergung des lebenden Tieres und einen Transport in die Nordsee und gegebenenfalls bis in den Atlantik vor, sagte Till Backhaus (SPD) bei einer Pressekonferenz in Schwerin.

Die Behörden hätten das entsprechende Konzept geprüft und ihm zugestimmt. Nach Aussage von Backhaus soll das Tier per Luftkissen angehoben werden. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden.

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Die Maßnahmen sollten zügig starten. Die Verantwortung liege bei den Initiatoren. „Wir dulden dieses Vorhaben“, sagte Backhaus. Bei den Initiatoren handelt es sich laut Backhaus unter anderem um den MediaMarkt-Gründer Walter Gunz. Die Initiatoren würden in Kürze weitere Details mitteilen.

Unterdessen rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Mäßigung in der Wal-Debatte auf. Er habe keinen Rat zum Vorgehen bei dem vor der Insel Poel festsitzenden Tier zu geben, „nur die Bitte zu äußern, dass Anfeindungen, wie wir sie gegenwärtig in den sozialen Medien gerade auch gegenüber den Meeresexperten hören, dass wir die schleunigst unterlassen“, sagte er in Stralsund.

Er sei nicht wegen des Wals für drei Tage nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen, wisse aber natürlich, „dass über das Schicksal des Buckelwals viel diskutiert und gestritten wird und auch nach meiner Auffassung manchmal in einer Weise, die ich kaum noch nachvollziehen kann“. Er habe aus der Ferne den Eindruck, die Landesregierung mache, was sie könne, lasse sich von Experten beraten.

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Der kranke und geschwächte Wal liegt seit dem 31. März vor der Ostsee-Insel Poel. Bislang hatten Experten erklärt, dem Buckelwal könne nicht sinnvoll geholfen werden, und es sei das Beste, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen. Das Tier – in der Boulevardpresse als „Timmy“ benannt – war bereits mehrfach gestrandet.

dpa/krott/lay

Source: welt.de