„Weniger Fliegen ist keine Option pro den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagt Merz
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hält nichts von Flugscham. Bei einer Jubiläumsveranstaltung der Lufthansa plädiert er für mehr Flugverkehr. Die Kranichlinie wird derweil von heftigen Streiks erschüttert.
Deutschland muss nach Einschätzung von Bundeskanzler Friedrich Merz weiterhin auf den Luftverkehr setzen. „Weniger Fliegen ist keine Option für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagte der CDU-Politiker beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen der Lufthansa in Frankfurt. „Dazu brauchen wir nachhaltige klimaschonende Technologien. Dazu brauchen wir niedrige Kosten und höhere Wettbewerbsfähigkeit.“
Die strategisch wichtige Lufthansa habe das Bild von Deutschland stärker geprägt als jedes andere Unternehmen, lobte der Kanzler. Er dankte Lufthansa-Chef Carsten Spohr ausdrücklich dafür, dass sich das Unternehmen erstmals auch vollständig zu seiner Rolle im Nationalsozialismus bekannt habe.
In der Bundesrepublik und Europa spiele das Unternehmen eine wichtige Rolle zur Anbindung des Wirtschaftsstandorts und betreue die Regierungsflotte technisch und logistisch. Auch bilde die Lufthansa Pilotinnen und Piloten nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Bundeswehr aus. „Das zivile Know-how Ihres Unternehmens stärkt damit auch die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes. Lufthansa ist eben in dieser Hinsicht ein Schlüsselunternehmen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.“
Merz erklärte: „Sie bringen 140 Millionen Passagiere jedes Jahr an ihr Ziel. Sie transportieren Milliarden Frachttonnenkilometer. Dieses Unternehmen Lufthansa verbindet Menschen und Märkte in aller Welt – wie kein zweites in Deutschland.“
Heftige Streiks bei Lufthansa
Die Lufthansa und ihre Passagiere werden derzeit von Streiks in Serie erschüttert, am Mittwoch gab es bereits die fünfte Streikwelle von Piloten und Flugbegleitern. Erneut blieben am Frankfurter Flughafen viele Jets am Boden.
Dieses Mal hat die Gewerkschaft Ufo die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter aufgerufen, die Arbeit für zwei Tage bis einschließlich Donnerstag niederzulegen. Sie lösen damit nahtlos die Piloten ab, die zuvor für zwei Tage den Flugverkehr der Lufthansa weitgehend lahmgelegt und die Reisepläne Zehntausender Passagiere durchkreuzt hatten. Und es kommt noch dicker: Am Donnerstag und Freitag wollen die Piloten erneut die Arbeit niederlegen. Fünf Tage Streiks in Folge bei der Lufthansa – das gab es lange nicht mehr.
dpa/lay
Source: welt.de