Gesetzliche Krankenversicherung: Na, geht doch

Noch nie wirkte Nina Warken als Gesundheitsministerin so aufgeregt wie an diesem Tag. Sie steht am Podium, schnappt nach Luft, greift nach einem Glas Wasser. Es ist ihr bislang wichtigster öffentlicher Auftritt, fast ein Jahr lang hat sie auf diesen Moment hingearbeitet. Sie soll schaffen, woran ihre Amtsvorgänger Jens Spahn (CDU) und Karl Lauterbach (SPD) gescheitert sind: eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherung durchsetzen.

Es ist ein Vorhaben, das zu den komplexesten der gesamten Legislaturperiode gehört. Eines, mit dem sich keine Sympathiepunkte gewinnen lassen, weil Reformen im Gesundheitswesen vor allem Sparen bedeuten. Doch Nina Warken, so viel wird nach ihrem 45-minütigen Auftritt am Dienstag deutlich, hat geliefert. Sie ist bereit, den großen Wurf zu wagen.