Zahlen des Allgemeiner Deutscher Automobil Club: Diesel-Preis erreicht wiederholt Rekordwert

Diesel ist in Deutschland abermals teurer geworden – der Preis hat damit den nächsten Rekordwert erreicht. Wie der ADAC mitteilte, kostete ein Liter gestern im Tagesdurchschnitt 2,346 Euro. Der bisherige Höchststand wurde am Mittwoch mit 2,327 Euro verzeichnet. Aus Sicht des ADAC lassen sich die hohen Preise nur teilweise durch den vom 1. auf den 2. April gestiegenen Ölpreis erklären.

„Die Umstellung auf das sogenannte Österreich-Modell hat die Preisentwicklung eher befördert als begrenzt“, sagt eine ADAC Sprecherin. „Die Preise sind seitdem auf einem zu hohen Niveau.“

Seit Mittwoch dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöht werden. Vorbild für diese Maßnahme war Österreich, dort wird schon lange so verfahren. Am Mittwoch und Donnerstag sorgte die neue Regelung an den Tankstellen für große Preissprünge, ebenso am Freitag: Nach Daten des ADAC lag der durchschnittliche Preis für einen Liter Super E10 um 11.45 Uhr noch bei 2,127 Euro. Um 12.15 Uhr stieg der Literpreis für diesen Kraftstoff demnach auf durchschnittlich 2,222 Euro pro Liter – ein Plus von 9,5 Cent.

Diesel war abermals noch stärker betroffen und stieg durchschnittlich um 11,7 Cent von 2,349 Euro pro Liter auf 2,466 Euro.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) macht indes Druck auf seine Kabinettskollegen, um angesichts der Spritpreise weitere Entlastungen umzusetzen. Es sei „absehbar, dass es weitere Maßnahmen brauchen wird, um die steigende Inflation frühzeitig zu dämpfen“, schrieb Klingbeil an Kanzleramtschef Thorsten Frei und Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (beide CDU).

Sind Belgien und Luxemburg gute Beispiele?

Klingbeil fordert, dem Beispiel Belgiens und Luxemburgs folgend, „einen flexiblen Preisdeckel für Benzin, Diesel und Öl“. Er bittet Frei und Reiche jetzt schnell die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen, um „zügig“ ein Gesetz auf den Weg zu bringen. Der Minister betont: „Es ist den Bürgerinnen und Bürgern nicht vermittelbar, dass unsere Nachbarn entschlossen gegen Preistreiberei eintreten und wir in Deutschland derartige Möglichkeiten bisher ungenutzt lassen.“

Klingbeils Berater Jens Südekum sprach sich gegen einen „harten Preisdeckel“ an den Zapfsäulen aus. Das sei „riskant, weil er zu Engpässen führen kann“, sagte er dem Portal The Pioneer. Er bestätigte aber, dass die Bundesregierung bereits an weiteren Maßnahmen „wie etwa der Übergewinnsteuer arbeitet“.