Zweifel an Führungsqualitäten: Magazin-Bericht belastet FBI-Chef Kash Patel
Zweifel an FührungsqualitätenMagazin-Bericht belastet FBI-Chef Kash Patel
19.04.2026, 07:59 Uhr
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FBI-Chef Patel sorgt laut „Atlantic“ mit erratischem Verhalten für Unruhe. Die Vorwürfe in dem Bericht reichen von einem Fehlalarm über eine angebliche Entlassung bis zu Alkoholvorwürfen. Regierung und Behörde weisen die Kritik zurück – doch intern wächst die Verunsicherung.
FBI-Direktor Kash Patel soll einem Medienbericht zufolge ein zunehmend problematisches Verhalten bei seiner Amtsführung zeigen. Die Zeitschrift „The Atlantic“ berichtet, Patel sei schwer oder gar nicht erreichbar und macht dafür unter anderem seinen Alkoholkonsum verantwortlich.
Bei einem Vorfall Anfang April habe Patel beim Zugriff auf ein internes Computersystem Probleme gehabt und daraus geschlossen, er sei vom Weißen Haus entlassen worden. Mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen berichteten, Patel habe daraufhin hektisch Mitarbeiter und Verbündete kontaktiert. Später habe sich der Vorfall offenbar als technischer Fehler herausgestellt.
Der Zwischenfall habe Irritationen innerhalb des FBI hervorgerufen. Laut dem Bericht fragten auch Vertreter des Weißen Hauses und Mitglieder des Kongresses nach, wer die Behörde aktuell führe. Patel war und blieb jedoch im Amt.
Zusammenhang mit Alkoholkonsum?
Der Vorfall zeigt laut den Quellen ein Muster, dass zahlreiche aktuelle und frühere Mitarbeiter aus Sicherheits- und Regierungsbehörden bestätigten: Patel reagiere vorschnell, ziehe Schlüsse ohne ausreichende Beweise und sei misstrauisch gegenüber seinem eigenen Umfeld. Zudem gebe es Sorgen wegen seiner Erreichbarkeit und seines Führungsstils.
Mehrere Quellen führen die Probleme teilweise auf Patels problematischen Alkoholkonsum zurück, der FBI-Chef habe in sozialen oder dienstnahen Situationen wiederholt deutlich alkoholisiert gewirkt. Teilweise hätten Termine und Briefings deshalb verschoben werden müssen. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.
Aufsehen erregt auch ein weiterer Aspekt in dem Bericht auch: Demnach soll im vergangenen Jahr sogar „breaching equipment“ angefordert worden sein – Spezialausrüstung, die üblicherweise von SWAT- oder Geiselbefreiungseinheiten eingesetzt wird, um verschlossene Räume schnell zu öffnen. Hintergrund sei gewesen, dass Patel hinter verschlossenen Türen nicht erreichbar gewesen sei. Auch diese Darstellung beruht auf anonymen Aussagen.
Klagedrohung gegen Journalistin
Zugleich heißt es, Patel genieße in Teilen der Regierung weiter Rückhalt. Präsident Donald Trump schätze demnach vor allem sein hartes Vorgehen innerhalb der Bundesbehörden. Kritiker sehen darin eine weitere Politisierung des FBI.
Das Weiße Haus widersprach dem Bericht. Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, Patel sei ein wichtiger Teil des Teams für Recht und Ordnung der Regierung. Auch aus dem Justizministerium kam Rückendeckung: Vize-Justizminister Todd Blanche erklärte, anonym zugespielte Berichte seien kein Beleg für Fehlverhalten.
Das FBI selbst wies die Vorwürfe ebenfalls zurück. Patel selbst schrieb nach der Veröffentlichung des Artikels am Freitagabend Ortszeit auf X an die Journalistin Sarah Fitzpatrick gerichtet: „Ich sehe Sie und ihre ganze Entourage aus falscher Berichterstattung vor Gericht. Aber machen Sie ruhig weiter mit den Fake News, der Tatbestand der böswilligen Absicht ist mittlerweile ein Kinderspiel.“
Source: n-tv.de